Knappheit durch Iran-Krieg

Reiche äußert sich zu Energieversorgung


Aktualisiert am 02.04.2026 – 00:41 UhrLesedauer: 2 Min.

Die Bundesministerin für Wirtschaft und Energie Katherina Reiche sieht derzeit keien Kmnappheit bei Treibstoffen und Gas. (Archivbild) (Quelle: IMAGO/dts Nachrichtenagentur/imago)

Deutschland hat noch ausreichend Gas und Sprit, sagt Wirtschaftsministerin Reiche. Derzeit wird sogar Diesel exportiert.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hat trotz des Iran-Krieges und damit verbundenen Blockaden von Öltankern in der Straße von Hormus Entwarnung für die Energieversorgung in Deutschland gegeben.

„Diese Botschaft an die Bürgerinnen und Bürger ist mir wichtig: Die Versorgung mit Sprit und Gas ist gesichert“, sagte die CDU-Politikerin dem Nachrichtenmagazin „Focus“. Die Energielieferketten seien breit aufgestellt: „Unsere Energielieferketten sind diversifiziert. Weniger als acht Prozent des europäischen LNG-Imports kommen aus dem Persischen Golf, beim Öl sind es nur rund fünf Prozent.“

Auch bei Kerosin und Diesel gebe es ausreichend verfügbare Mengen. Engpässe seien daher aktuell nicht zu erwarten. Deutlich angespannter sei die Lage hingegen in anderen Teilen der Welt. „Ganz anders sieht es allerdings in Asien aus, das ganz bedeutend von der Golfregion abhängt“, erklärte Reiche.

Um die Folgen dort abzufedern, greife auch Deutschland ein. „Wir geben deswegen gemeinsam mit der internationalen Gemeinschaft behutsam einen Teil unserer Reserven frei, um die Knappheiten im asiatischen Raum und damit auch die internationalen Rohölpreise zu dämpfen.“

Allerdings exportiert Deutschland offenbar Diesel-Kraftstoff. Wie der Nachrichtensender n-tv berichtet, zeigten Daten des Marktanalysten Argus Media die Ausfuhr von Mitteldestillaten wie Diesel in die niederländische Region Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen. Denn normalerweise ist Deutschland Nettoimporteur von Diesel. Die heimischen Raffinerien produzieren zwar in der Regel mehr Benzin als benötigt und exportieren Überschüsse. Bei Heizöl und Diesel reicht die Produktion jedoch nur für etwa zwei Drittel des Bedarfs.

Dennoch ist die Versorgungslage in Deutschland bei Diesel aktuell gut, es gibt sogar eher einen Überschuss. Das liegt daran, so berichtet Hagen Reiners, Experte für den deutschen Ölmarkt bei Argus Media gegenüber n-tv, dass die Heizölnachfrage nach einem kurzfristigen Anstieg zu Kriegsbeginn „komplett eingebrochen“ ist. „Die anhaltend hohen Preise und die Unsicherheit über die weitere Entwicklung halten Verbraucher vom Kauf ab“, so Reiners.

Die Tankstellen dürfen seit Mittwoch ihre Preise nur noch einmal am Tag erhöhen – um 12 Uhr mittags: Nach einer ersten Auswertung des ADAC führte die Regelung am ersten Tag zu Preissteigerungen von durchschnittlich fast acht Cent. Benzin kostete nach der Preiserhöhung im bundesweiten Schnitt 2.175 Euro pro Liter, Diesel notierte bei 2.376 Euro. Im weiteren Tagesverlauf sind nur noch Preissenkungen zulässig.

Share.
Die mobile Version verlassen