Guter Autofahrer? Der ADAC deckt häufige Fehler auf

Der Hochmut am Steuer

Deutschlands Autofahrer: Viel Eitelkeit, wenig Können


Aktualisiert am 13.01.2026 – 15:33 UhrLesedauer: 1 Min.

Konzentriert am Steuer: Ein guter Autofahrer sieht voraus, nicht nur geradeaus. (Quelle: Jochen Tack)

Selbstbild und Wirklichkeit klaffen auf deutschen Straßen weit auseinander. Während sich fast jeder für einen Experten am Steuer hält, entlarvt die Statistik des ADAC ein Heer von Selbstbetrügern. Was steckt dahinter?

Vier von fünf Deutschen benoten ihren Fahrstil als „gut“ oder „sehr gut“. Es ist eine kollektive Fehleinschätzung. Denn dieselben Fahrer geben zu: Regeln gelten vor allem für die anderen. Fast jeder Zweite rast, jeder Dritte drängelt.

Besonders die junge Generation scheitert immer wieder an der Disziplin: 35 Prozent der unter 29-Jährigen tippen während der Fahrt auf dem Handy. Das Ideal vom umsichtigen Fahrer weicht der gefährlichen Ablenkung durch Smartphone, Essen oder Trinken.

Die nackten Zahlen strafen das hohe Selbstlob Lügen:

Das vermeintliche Können schwindet sofort, wenn die Bedingungen schwieriger werden. Bei Glatteis fühlen sich 77 Prozent der Befragten unsicher. Auch der Stadtverkehr stresst – sogar noch mehr als die Autobahn. Wahre Souveränität sieht anders aus.

Wer sich für unfehlbar hält, fährt riskant. Das ist der Kern des Problems. Wahres Können am Steuer beweist sich nicht durch Tempo, sondern durch Rücksicht und Vorausschau. Wer sein Fahrverhalten verbessern will, muss zunächst seine eigenen Fehler erkennen. Assistenzsysteme und Fahrtrainings können dabei unterstützen. Aber die wichtigste Korrektur beginnt im Kopf des Fahrers.

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