Jaecoo 5 im Test
Sein Preis ist eine Kampfansage
30.10.2026 – 08:00 UhrLesedauer: 7 Min.

Der Jaecoo 5 bringt viel Ausstattung, zwei Antriebe und eine lange Garantie mit. Im Test zeigt sich: Das Paket stimmt, die Abstimmung nicht immer.
Kompakte SUVs sind für Autohersteller der Schlüssel für den Massenmarkt, doch entsprechend groß ist die Zahl der Konkurrenten im Format von VW T-Roc, Dacia Duster, Kia XCeed oder Skoda Elroq. Die Newcomermarke Jaecoo (stammt aus dem chinesischen Chery-Konzern) legt hier mit ihrem zweiten Modell nach, dem Jaecoo 5. Er soll vor allem mit einem Argument punkten: viel Auto fürs Geld.
Ein Auto, zwei Antriebe
Der Preis jedenfalls ist fair: Als selbst ladender Hybrid startet er bei 27.900 Euro, die Elektroversion bei 32.400 Euro. Beide Varianten teilen sich Karosserie, Innenraum und Ausstattungskonzept. Der eigentliche Unterschied liegt im Antrieb – und in ein paar Details.
Optisch gibt der Jaecoo 5 den robusten Typ. Aufrechte Flächen, klare Kanten und eine hohe Front dominieren. Besonders der EV mit seiner glatten Nase erinnert nicht ganz zufällig an klassische britische SUV-Formen. Der Hybrid mit dem großen vertikalen Kühlergrill wirkt dafür präsenter.
Ein praktischer Vorteil der kantigen Form: Die Übersicht ist gut. Die Front lässt sich ordentlich abschätzen, die Glasflächen sind groß, zusätzliche hintere Seitenfenster helfen beim Rangieren und Abbiegen.
Zehn Monate im Markt
Jaecoo (ein Kunstwort aus „Jäger“ und „cool“) und die Schwestermarke Omoda aus dem Chery-Konzern sind im Frühjahr 2026 in Deutschland gestartet. In anderen europäischen Ländern sind die Autos bereits länger erhältlich. Von Januar bis September wurden laut Kraftfahrt-Bundesamt 469 Jaecoo-Modelle neu zugelassen, darunter 76 Jaecoo 5, die mit hoher Wahrscheinlichkeit größtenteils an Händler gingen.
Außen SUV, hinten knapper als gedacht
Ganz so großzügig, wie die Form verspricht, ist der Jaecoo 5 innen nicht. Vorn finden auch größere Fahrer eine passende Sitzposition, die Einstellmöglichkeiten reichen aus. Hinten wird es dagegen für ein Auto dieser Größe eher knapp, die Kniefreiheit fällt nicht üppig aus. Der Radstand liegt bei 2,62 Metern. Wer bei einem 4,38 Meter langen SUV hinten besonders luftige Verhältnisse erwartet, wird deshalb etwas geerdet.
Beim Kofferraum hat der EV die besseren Karten. Er bietet laut Datenblatt 384 bis 1.284 Liter Ladevolumen und zusätzlich einen 35 Liter großen Frunk unter der vorderen Haube. Der Hybrid kommt auf 314 bis 1.214 Liter. Das ist brauchbar, aber kein Raumwunder. Im Kofferraum gibt es außerdem sechs Haken, um Dinge aufzuhängen, und eine abnehmbare Leuchte. Beide Varianten dürfen ungebremst 750 Kilogramm ziehen, die Dachlast liegt bei 75 Kilogramm.
