
Brisanter Chat mit ehemaliger Praktikantin
Neue Vorwürfe gegen Grünen-Politiker Gelbhaar
Aktualisiert am 07.01.2026 – 14:16 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Affäre um den früheren Grünen-Abgeordneten Stefan Gelbhaar stürzte seine Partei und den Sender RBB in eine Krise. Nun werden neue Anschuldigungen wegen sexueller Belästigung laut.
Es gibt neue Vorwürfe gegen den Grünen-Politiker Stefan Gelbhaar. Der Berliner Zeitung „Tagesspiegel“ liegt der Chatverlauf mit einer Grünen-Mitarbeiterin vor. Darin soll Gelbhaar unter anderem geschrieben haben: „Ich kiek mir deine Bilder zu gern an.“
Intensiv wurde der Kontakt offenbar 2018. Allerdings soll der Politiker auch schon Chat-Gespräche mit der Frau geführt haben, als diese noch minderjährig gewesen sei. Konkret sei es um ein Praktikum gegangen. Doch sei in den Chats immer auch Privates angesprochen worden. Zudem reagierte Gelbhaar mit Herzaugen und anderen Smileys auf Fotos im Bikini oder Minirock, als die Frau volljährig war. „Wenn ich das alles lese, wird mir ganz anders“, sagte die Frau nun dem „Tagesspiegel“. Die Annäherungsversuche Gelbhaars empfinde sie im Rückblick als „moralisch verwerflich“.
Der Fall Gelbhaar beschäftigte die Grünen auch intern. Der fragwürdige Umgang mit den Vorwürfen hatte die Bundespartei erschüttert. Gelbhaar verlor im vergangenen Jahr sein Bundestagsmandat. Im Zuge des Bewerbungsverfahrens waren im Grünen-Landesverband Berlin Vorwürfe der sexuellen Belästigung laut geworden.
Doch drehte sich die Geschichte. Eidesstattliche Versicherungen in dem Fall waren gefälscht. So musste sich eine Berliner Grünen-Bezirkspolitikerin zurückziehen, beim RBB ging der Chefredakteur. Der RBB musste eingestehen, im Zuge der Berichterstattung über die Affäre auf eine gefälschte eidesstattliche Versicherung hereingefallen zu sein. Gelbhaar bestritt die Vorwürfe und bekam vor Gericht teilweise Recht. Doch die Bundestagskandidatur konnte er nicht wiedererlangen. Für ihn zog im Wahlkreis Berlin-Pankow die Grünen-Politikerin Julia Schneider ein.