
„Selbstbedienungsmentalität“?
Grüne wollen Akten zu Badenbergs Dienstreisen einsehen
11.02.2026 – 16:54 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus wollen Klarheit über die 43 Dienstreisen von Justizsenatorin Badenberg. Viele davon gingen in ihre Heimat.
Die Grünen-Fraktion hat den Antrag auf Einsicht in die Reiseunterlagen offiziell eingereicht. Die rechtspolitische Sprecherin der Fraktion, Petra Vandrey, kritisiert eine „mangelnde Transparenz“ bei den Dienstreisen der Senatorin. Diese erwecke den „Anschein einer problematischen Selbstbedienungsmentalität“, so Vandrey.
Laut einem Bericht des „Tagesspiegel“ unternahm Badenberg seit ihrem Amtsantritt im April 2023 insgesamt 43 Dienstreisen. Diese Zahl liegt dem Bericht zufolge etwa doppelt so hoch wie bei anderen Mitgliedern des Berliner Senats.
Nach Angaben der Justizverwaltung führten 20 dieser Reisen nach Nordrhein-Westfalen. In diesem Bundesland hat Badenberg lange gelebt. Die Grünen-Politikerin Vandrey fordert nun Erklärungen, warum die Senatorin deutlich mehr Dienstreisen als andere Senatsmitglieder absolviert habe. Zudem müsse geklärt werden, warum diese Reisen häufig auf Freitage fielen und oft nach Nordrhein-Westfalen führten, wo Badenberg laut Vandrey weiterhin einen Wohnsitz habe.
Die CDU-Politikerin hat bereits am Dienstag nach der Senatssitzung zu den Vorwürfen Stellung genommen. Sie wies die Unterstellung entschieden zurück, sie würde Dienstreisen nutzen, um sich auf Kosten des Landes Berlin private Aufenthalte zu ermöglichen. Für alle ihre Dienstreisen habe es einen fachlichen Bezug gegeben, erklärte Badenberg.
Zu den Terminen ihrer Reisen führte die Justizsenatorin an, dass sie von Dienstag bis Donnerstag regelmäßig Termine in Berlin habe. Daher bleibe für die Teilnahme an Veranstaltungen außerhalb Berlins in der Regel nur der Montag oder der Freitag, so Badenberg.