Historische Premiere bei OB-Wahl

Grüne wollen CSU-Wähler für die Stichwahl gewinnen

09.03.2026 – 15:56 UhrLesedauer: 1 Min.

Dominik Krause (Archivbild): Er darf in die Stichwahl um den Chefposten im Münchner Rathaus. (Quelle: Peter Kneffel/dpa/dpa-bilder)

Erstmals kämpft ein Grünen-Kandidat in einer Münchner OB-Stichwahl um das Rathaus. Die CSU lässt ihre Anhänger in einer politisch brisanten Frage ohne Orientierung.

Dominik Krause ist der erste Grünen-Kandidat in einer Stichwahl um das Amt des Münchner Oberbürgermeisters. In der ersten Wahlrunde am Sonntag erhielt Amtsinhaber Dieter Reiter (SPD) 35,6 Prozent der Stimmen. Krause (Grüne) kam auf 29,5 Prozent. CSU-Kandidat Clemens Baumgärtner scheiterte mit 21,3 Prozent. Er verpasste die Stichwahl damit deutlich.

Die Grünen werben nun offen um die Stimmen von Baumgärtners Anhängern. Bayerns Grünen-Landesvorsitzende Eva Lettenbauer sagte: „Wir sind uns sicher, dass viele Baumgärtner-Wähler jetzt Dominik Krause für die bessere Wahl halten.“ Bei der Stichwahl werde nach Personen gewählt, nicht nach Partei, sagte Lettenbauer. Krause habe gezeigt, dass er ein verbindender Kandidat sei.

Die CSU gibt ihren Wählern keine Wahlempfehlung. Laut CSU-Chef Markus Söder werde weder die Münchner CSU noch die Landesebene eine Empfehlung abgeben. Die Entscheidung liege bei den Kommunen vor Ort, betonte Söder. Er fügte hinzu: „Für uns ist nur klar, nichts mit der AfD.“

Söder nannte es ärgerlich, dass die CSU die Stichwahl verpasst habe. Den Grund sieht er bei Reiter: „Das liegt aber im Wesentlichen an einem Fehler, den der amtierende Oberbürgermeister wohl gemacht hat.“ Ob Söder auch Baumgärtner Fehler anlastet, ließ er offen. Söder sagte: „München ist und bleibt das grüne Biotop in Bayern, da gibt es eine feststehende Wählerstruktur.“

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