Zaklin Nastic

BSW-Politikerin lobt AfD – und tritt aus


31.03.2026 – 19:39 UhrLesedauer: 2 Min.

Zaklin Nastic: Die ehemalige Linken-Politikerin ist nun auch aus dem BSW ausgetreten. (Quelle: IMAGO/dts Nachrichtenagentur/imago)

Zaklin Nastic hat die Partei Sahra Wagenknechts verlassen. In einem scharfen Schreiben rechnet sie mit der Parteispitze ab und lobt Tino Chrupalla.

Die Bundestagsabgeordnete und BSW-Vorständin Zaklin Nastic ist aus der Partei ausgetreten und hat zugleich deutliche Kritik am Kurs der Führung geübt. Das bestätigte eine Parteisprecherin der Deutschen Presse-Agentur. In einem Schreiben wirft die 46-Jährige der Parteispitze um Co-Chefin Amira Mohamed Ali unter anderem eine falsche strategische Ausrichtung und ein schlechtes Auftreten vor.

Nastic, die zu den Gründungsmitgliedern des Bündnisses Sahra Wagenknecht (BSW) gehört, schrieb von „katastrophalen Wahlergebnissen, schlechter Ausstrahlung und miserabler Außenwirkung in sozialen Medien“. Sie verlasse das BSW wegen „Katzbuckelei“ etwa vor Medien, wegen der sie damals auch die Linke verlassen habe.

Nastic kritisierte in ihrem Austrittsschreiben auch eine ihrer Ansicht nach fehlende friedenspolitische Ausrichtung. In ihrem Schreiben lobte sie in diesem Zusammenhang den AfD-Vorsitzenden Tino Chrupalla dafür, den Abzug von US-Soldaten aus Deutschland zu fordern. Zugleich kritisierte sie, dass das BSW eine Zusammenarbeit mit der AfD grundsätzlich ablehne und etwa in Brandenburg und Thüringen nicht einmal Gespräche geführt habe. Die dortigen Landesverbände der AfD bezeichnete sie als „eher gemäßigt“.

Ihr BSW-Vorstandskollege Alexander Ulrich bedauerte den Austritt und kritisierte seinerseits die Parteispitze. Deren Umgang mit Nastic „im Zusammenhang mit der letzten Bundestagswahl war unterirdisch und durch nichts gerechtfertigt“, erklärte Ulrich, der auch Landesvorsitzender in Rheinland-Pfalz ist. „Es ist für das BSW ein herber Rückschlag, wenn eines der Gründungsmitglieder Abschied nimmt. Es wäre überlebenswichtig, wenn ihre Worte zum Abschied den Parteivorstand zum Nachdenken anregen würden.“

Nastic hatte die Linke im Jahr 2023 gemeinsam mit Sahra Wagenknecht verlassen und war später in den BSW-Bundesvorstand eingezogen. In Hamburg gehörte sie zu den prägenden Gesichtern beim Aufbau des Landesverbands.

Bereits Anfang 2025 hatte es Spannungen um Nastic gegeben. Sie war damals die Hamburger Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl, doch zog sich mitten im Wahlkampf überraschend zurück. Offiziell hieß es, sie wolle sich von den Belastungen erholen und „neue Kraft schöpfen“.

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