Gründe für einseitige Beschwerden und Linderungstipps

Einseitige Beschwerden

Immer nur ein Auge trocken – wie kann das sein?


05.01.2026 – 07:54 UhrLesedauer: 4 Min.

Mitunter tritt Augentrockenheit nur auf einer Seite auf. (Quelle: PeopleImages/getty-images-bilder)

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Immer nur ein Auge trocken? Welche Ursachen häufig dahinterstecken und was die Trockenheit im Auge lindern kann.

Rötung, Brennen, Tränen und ein Fremdkörpergefühl im Auge: Trockene Augen sind unangenehm und ein häufiges Problem. Etwa ein Fünftel aller Menschen, die einen Augenarzt aufsuchen, hat mit trockenen Augen zu kämpfen. Manchmal tritt die Trockenheit nur an einem Auge auf. Betroffene sind verunsichert: Warum ist das so? Die Ursachen können vielfältig sein.

Bei trockenen Augen (Keratoconjunctivitis sicca) ist die Benetzung des Auges gestört. Entweder bildet das Auge nicht ausreichend Tränenflüssigkeit oder diese verdunstet aufgrund einer ungünstigen Zusammensetzung des Tränenfilms zu schnell. In Folge wird das Auge trocken und das Lid kann nicht mehr gut über das Auge gleiten. Reizungen, Trockenheit und Fremdkörpergefühl entstehen.

Die häufigste Ursache für trockene Augen ist eine gestörte Zusammensetzung des Tränenfilms. Das liegt meist an einer zu geringen Lipidproduktion in den Meibomdrüsen des Augenlids. Bilden die winzigen Drüsen zu wenig Lipide, verdunstet der wässrige Anteil zu schnell und der schützende Tränenfilm reißt auf.

Größtenteils sind beide Augen von der Trockenheit betroffen. Doch es kommt immer wieder vor, dass nur ein Auge Symptome für Trockenheit zeigt. Es ist möglich, dass die Bildung von Tränenflüssigkeit oder die Lipidbildung nur einseitig schlechter funktioniert. Dann ist ein Auge unzureichend befeuchtet, während das andere besser geschützt ist.

Auch kann es sein, dass der Lidschlag bei einem Auge seltener ist oder unvollständig ausgeführt wird, beispielsweise als Folge langer Bildschirmarbeit oder aufgrund einer Lidfehlstellung. Dann kann sich der Tränenfilm nicht gleichmäßig verteilen. Auch kann es sein, dass ein unvollständiger Lidschluss vorliegt. Dann kann das betroffene Auge nachts stärker austrocknen.

Nach Augenoperationen ist das betroffene Auge ebenfalls sensibler. Ebenso kann ein Auge verstärkt äußeren Einflüssen ausgesetzt sein, etwa Zugluft aus nur einer Richtung – durch ein geöffnetes Fenster, einen Ventilator oder eine Klimaanlage. Manchmal wird in nur ein Auge eine Kontaktlinse eingesetzt, um eine Sehschwäche auszugleichen. Auch das kann einseitige Augentrockenheit begünstigen.

Veränderungen der Bindehaut oder Hornhaut können ebenfalls eine gleichmäßige Befeuchtung eines Auges stören, beispielsweise:

  • Pinguecula: Eine Pinguecula ist eine gutartige, erhabene, gelblich-weiße Wucherung, die sich neben der Hornhaut entwickelt. Sie kann durch trockene Augen begünstigt werden, aber auch Augentrockenheit verstärken.
  • Pterygium: Ein Pterygium ist eine gutartige, fleischige Wucherung der Bindehaut, die neben der Hornhaut entsteht und sich bis auf diese ausbreitet.
  • Konjunktivochalasis: Eine Konjunktivochalasis ist eine lockere, überschüssige Bindehaut, die als Folge des normalen Alterungsprozesses entsteht und zu Reizungen und Tränenfluss am Auge führen kann.

Da das einseitig trockene Auge so viele verschiedene Ursachen haben kann, ist ergänzend zu der Ursachenforschung im Alltag ein Arztbesuch angeraten. Zunächst können Betroffene schauen, ob möglicherweise Zugluft, lange Bildschirmarbeit, eine bestimmte Schlafposition, das Tragen einer Maske (Mund-Nasen-Schutz), Make-up oder eine Kontaktlinse das betroffene Auge belasten.

Ein Blick auf die Lidränder im Spiegel ist ebenfalls empfehlenswert: Gerötete Lidkanten, Schuppen und verklebte Wimpern sprechen für eine Lidrandentzündung und Meibomdrüsenprobleme. Die Untersuchung der Augen in einer augenärztlichen Praxis klärt, wie es um die Stabilität des Tränenfilms, die Funktion der Meibomdrüsen, den Lidschluss und die Hornhautoberfläche bestellt ist. Auch können Hauterkrankungen wie Rosazea, ein seborrhoisches Lidekzem oder eine atopische Dermatitis das Auge beeinträchtigen, ebenso Erkrankungen wie Morbus Parkinson oder Diabetes mellitus.

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