Polizei stürmt Anarchisten-Treffs
Großrazzia nach Strom-Anschlag in Berlin
Aktualisiert am 24.03.2026 – 08:39 UhrLesedauer: 2 Min.
Hunderte Polizisten sind in Berlin im Einsatz. Das Ziel sind mutmaßliche Drahtzieher eines Anschlags auf das Stromnetz der Hauptstadt.
In Berlin sind am Dienstagmorgen Hunderte Beamte zu einer Großrazzia an mehreren Orten ausgerückt. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge steht eine Gruppe im Visier, die im September 2025 einen Anschlag auf die Strominfrastruktur der Hauptstadt verübt haben soll.
Laut der Berliner Zeitung „B.Z.“ stürmten Einsatzkräfte unter anderem die „Anarchistische Bibliothek“ an der Reichenberger Straße in Berlin-Kreuzberg. Insgesamt seien die Beamten zu Durchsuchungen an 15 Orten in Berlin im Einsatz. Auch in anderen Bundesländern soll es Durchsuchungen gegeben haben.
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) berichtete über den Einsatz mit Schwerpunkt in Berlin: „Die Sicherheitsbehörden kennen die Protagonisten des harten Kerns“, erklärte die GdP. „Aber nach wie vor ist es unglaublich schwer, ihnen Brandanschläge wie den in Johannisthal oder Zehlendorf nachzuweisen.“ Das Landeskriminalamt (LKA) habe erfolgreich ermittelt, „um die heutigen Durchsuchungsbeschlüsse zu erwirken“.
Einem Bekennerschreiben zufolge, das auf der Internetseite „Indymedia“ auftauchte und von der Polizei als authentisch eingestuft wurde, galt der Anschlag gezielt Technologiefirmen im Südosten Berlins. Die Autoren sprachen von einem Angriff auf einen „militärisch-industriellen Komplex“. Im Technologiepark Adlershof gebe es eine „unsägliche Verstrickung von Forschung, Wissenschaft und Technologie mit Krieg, Umweltzerstörung und sozialer Kontrolle“.
Die Gruppe bat die Bürger um Nachsicht. Dass auch private Haushalte betroffen waren, sei ein „Kollateralschaden“, der „im Gegensatz zur faktischen Zerstörung der Natur und der oft tödlichen Unterjochung von Menschen“ vertretbar sei.
