
Sensible Daten in Gefahr
Greift Putin jetzt im Weltall an?
05.02.2026 – 13:33 UhrLesedauer: 3 Min.
Die Bedrohung durch Russland und China wächst. Wie sicher sind hochsensible Informationen Europas? Jüngste Beobachtungen von Experten geben Anlass zur Sorge.
Sie wandern langsam, aber stetig zwischen den Sternen am Nachthimmel entlang: Was unscheinbar aussieht, ist längst zur Grundlage der Datenübermittlung geworden. Satellitennetzwerke gewährleisten, dass wir kommunizieren, navigieren und sicher leben können. Sie sind dabei nicht nur Teil der kritischen Infrastruktur, sondern übermitteln auch teils hochsensible militärische Informationen. Nicht alle Satelliten sind mit bloßem Auge sichtbar, doch führen sie uns vor Augen, wie verwundbar unter anderem auch Deutschland durch hybride Bedrohungen im Weltraum ist.
Jüngsten Anlass zur Sorge, dass jene Satelliten nicht sicher vor Sabotageaktionen sind, liefert ein Bericht der „Financial Times“. Demnach hätten europäische Sicherheitsbeamte angegeben, dass russische Raumfahrzeuge die Kommunikation von mindestens einem Dutzend wichtiger Satelliten über Europa ins Visier nehmen.
Solche Abhörmanöver bergen einerseits das Risiko, dass sensible, von den Satelliten übermittelte Informationen gefährdet werden. Andererseits könnten sie Moskau auch ermöglichen, deren Flugbahnen zu manipulieren oder sie zum Absturz zu bringen, erklärten die Beamten der „Financial Times“.
An den Manövern seien zwei bestimmte russische Raumfahrzeuge beteiligt, Luch-1 und Luch-2. Diese „Stalker“-Satelliten wurden dabei beobachtet, wie sie sich verdächtig einigen der wichtigsten Infrastrukturen Europas näherten. Allein Luch-2 soll mindestens 17 verschiedene Satelliten verfolgt haben.
Belinda Marchand vom US-amerikanischen Satellitenverfolgungskonzern Slingshot Aerospace sagte der „Financial Times“, Luch-2 befinde sich derzeit „in der Nähe“ von Intelsat 39. Dabei handelt es sich um einen großen geostationären Satelliten, der in Europa und Afrika gewährleistet, dass Daten, Fernsehbilder und Kommunikationssignale übertragen werden können.
Ein hochrangiger europäischer Geheimdienstmitarbeiter sagte der „Financial Times“, die Luch-Raumfahrzeuge seien mit ziemlicher Sicherheit dazu bestimmt gewesen, sich innerhalb des engen Kegels der Datenstrahlen zu positionieren, die von Bodenstationen zu den Satelliten übertragen werden.
Der Mitarbeiter äußerte sich besorgt darüber, dass sensible Informationen – insbesondere Befehlsdaten für europäische Satelliten – unverschlüsselt waren, da viele von ihnen vor Jahren ohne moderne Bordcomputer oder Verschlüsselungsfunktionen gestartet worden waren. Damit seien sie anfällig für Störungen sowie Zerstörung, sobald feindliche Akteure ihre Befehlsdaten aufgezeichnet haben.