Vang kritisiert im Artikel Kritik den Anstieg anti-asiatischer Gewalt während der Corona-Pandemie. Dabei gibt er auch Filmen wie „Gran Torino“ die Schuld. Denn laut ihm ist der Rassismus, der einst als harmloser Humor verkleidet war, nun Alltag geworden. Der Film habe zwar die Sichtbarkeit asiatisch-amerikanischer Darsteller erhöht, aber gleichzeitig Feindseligkeit gegen diese Gruppe salonfähig gemacht.

Vang sieht darin keinen Widerspruch. Laut ihm schützt Repräsentation allein nicht vor Schaden, wenn die Darstellung selbst rassistische Muster bedient. Eastwood selbst oder die Drehbuchautoren des Filmes, Nick Schenk und Dave Johannson, haben sich nie zu diesen Äußerungen zu Wort gemeldet.

„Gran Torino“ läuft am Samstag, 28. März, um 20.15 Uhr bei RTLZWEI. Alternativ ist der Film bei Magenta TV als Kauf- oder Leih-Version verfügbar.

Bee Vangs Kritik hat Gewicht und sie verdient eine ernsthafte Auseinandersetzung. Dennoch bleibt „Gran Torino“ ein Film, den man gesehen haben sollte. Denn Clint Eastwood spielt Walt Kowalski mit Präzision und zeigt einen Mann, der, in seiner Verbitterung gefangen, sich nur langsam öffnet. Diese Zurückhaltung macht die Figur glaubwürdig und menschlich. Kowalski ist kein Held. Er ist ein Mensch mit Fehlern und genau das macht ihn interessant.

Als Regisseur zeigt Eastwood in „Gran Torino“ sein Gespür für Rhythmus und Stimmung. Er inszeniert das Viertel in Detroit als einen Ort, an dem alte und neue Welt aufeinanderprallen. Die Kamera beobachtet die Figuren ohne Kommentar. Das lässt dem Publikum Raum zum Denken. Eastwood setzt in seiner Inszenierung auf Stille und Nähe. Das ist das handwerkliche Können, was seine Filme immer wieder auszeichnet.

Das Publikum und die Kritiker haben den Film bei seiner Veröffentlichung 2008 sehr positiv aufgenommen. Auch wenn schon damals eine differenzierte Auseinandersetzung mit anti-asiatischem Rassismus Thema war. „Gran Torino“ selbst spielte weltweit über 269 Millionen US-Dollar ein, bei einem Budget von 33 Millionen US-Dollar. Der Film war damit einer der größten Erfolge in Eastwoods Karriere.

Auf der Bewertungsplattform „RottenTomatoes“ hat der Film eine Zustimmungsrate von rund 90 Prozent beim Publikum und 81 Prozent bei Kritikern. Auf Filmplattform „IMDb“ hat der Film 8,1 von 10 Sternen und ist in der Liste „Top 250 Filme von IMDb“ auf Platz 192.

Share.
Die mobile Version verlassen