Nach seinem Abitur absolvierte Schnieder den Wehrdienst und studierte von 1995 bis 1998 Steuerrecht und Finanzwirtschaft an der Fachhochschule für Finanzen im nordrhein-westfälischen Nordkirchen. Anschließend arbeitete er bis 2001 bei der Finanzverwaltung des Finanzamts in Köln. Dann wechselte er zur Kreisverwaltung im Eifelkreis Bitburg-Prüm, wo er bis 2016 arbeitete.

Als Schnieder 1991 16 Jahre alt wurde, trat er in die CDU ein und war auf kommunaler Ebene aktiv. Mit 29 Jahren wurde er in den Kreistag Vulkaneifel gewählt. Von 2014 bis 2019 war er Ortsbürgermeister seiner Heimatgemeinde Birresborn. Parallel dazu klappte 2016 dann der Sprung auf Landesebene – Schnieder zog nach der Rheinland-Pfalz-Wahl für die CDU in den Mainzer Landtag ein. Im März 2023 konnte sich Schnieder in einem CDU-internen Machtkampf durchsetzen, wurde Chef der Landtagsfraktion und 2024 Landesvorsitzender der CDU Rheinland-Pfalz. Heute beschreibt er seine Landespartei in der „Tagesschau“ als so geschlossen wie seit Langem nicht. Das sei ein Grund, weswegen er fest an einen Sieg bei der anstehenden Wahl glaube.

Nach der Wahlniederlage in Baden-Württemberg wäre es auch für die Bundes-Union und Kanzler Friedrich Merz ein dringend benötigter Sieg. Die im Herbst stattfindenden Wahlen in Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern werfen ihre Schatten voraus. In keinem der Länder ist ein CDU-Sieg garantiert – in Sachsen-Anhalt und Berlin läuft die Partei sogar Gefahr, ihre Regierungschefs zu verlieren.

Es liegt also keine kleine Last auf Gordon Schnieders Schultern. Dazu kommt, dass die CDU es seit 35 Jahren nicht mehr geschafft hat, die SPD bei einer Landtagswahl in Rheinland-Pfalz einzuholen. Dabei galt das südwestdeutsche Bundesland zuvor als Stammland der Christdemokraten. Bei der Wahl 2026 bestehen nun erstmals wieder gute Chancen.

In aktuellen Umfragen führt Schnieder das Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem SPD-Spitzenkandidaten Alexander Schweitzer mit einem Prozentpunkt an. Allerdings liegt dieser, der seit 2024 Ministerpräsident in Rheinland-Pfalz ist, in den Umfragen zur persönlichen Beliebtheit vorn. Könnte man bei der Rheinland-Pfalz-Wahl den Ministerpräsidenten direkt wählen, würden 31 Prozent Schweitzer ihre Stimme geben. Schnieder käme dabei nur auf 19 Prozent, wie das Mannheimer Meinungsforschungsinstitut Communication- & Marketing-Research (CMR) im Auftrag der Zeitung „Rheinpfalz“ ermittelte.

Das Verhältnis zwischen den beiden aussichtsreichsten Spitzenkandidaten der RLP-Wahl ist gut. Das Wahlduell des Senders SWR zwischen ihnen bewerteten einige Beobachter eher als Duett. Schnieder und Schweitzer sprachen sich etwa mit „Herr Kollege“ an. Sie sind sich ihrer wahrscheinlichen Koalition nach der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz bewusst. Wer die Landesregierung als Ministerpräsident anführen wird, können die Pfälzer und Rheinländer am 22. März entscheiden.

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