Engpass bei Rechenleistung

Google schränkt Metas Zugriff auf seine KI Gemini ein


29.06.2026 – 14:54 UhrLesedauer: 2 Min.

Meta nutzt Google-KI Gemini: hoher Bedarf trifft auf Kapazitätsgrenzen. (Quelle: Anadolu Agency/imago)

Selbst Google kommt mit dem Ausbau seiner Rechenzentren nicht hinterher und kann die Nachfrage seiner Kunden nicht decken. Das verzögert interne KI-Projekte bei Meta.

Google hat den Zugriff von Meta auf seine KI-Modelle der Reihe Gemini eingeschränkt. Meta, der Mutterkonzern von Facebook und Instagram, habe mehr Rechenleistung angefordert, als Google bereitstellen könne, berichtet die „Financial Times“ unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen.

Bereits im März habe Google dem Unternehmen mitgeteilt, die gewünschte Kapazität nicht vollständig liefern zu können. Das habe einige interne KI-Projekte von Meta verzögert.

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Weil die Beschränkungen weiter gelten und Meta zugleich seine Kosten senken wolle, wurden die Mitarbeiter aufgefordert, sparsamer mit sogenannten Tokens umzugehen. Mit diesen Recheneinheiten lässt sich die Nutzung einer KI messen. Beide Konzerne wollten sich auf Anfrage der Zeitung nicht äußern.

Auch andere Kunden betroffen

Von den Engpässen sind dem Bericht zufolge auch andere Google-Kunden betroffen, allerdings in geringerem Maß. Meta treffe es besonders stark, weil das Unternehmen ungewöhnlich viel Rechenleistung nachfrage.

Die „Financial Times“ wertet die Beschränkung als Beleg dafür, dass selbst die größten Anbieter von KI mit Engpässen bei der Infrastruktur zu kämpfen hätten. Trotz Investitionen in Milliardenhöhe in Chips, Rechenzentren und Strom reiche die verfügbare Rechenleistung nicht aus, um die stark steigende Nachfrage zu bedienen.

Google mietet Rechenleistung von SpaceX

Wegen der hohen Nachfrage vor allem großer Unternehmenskunden hat Google laut dem Bericht zusätzliche Kapazitäten eingekauft. Anfang Juni unterzeichnete der Konzern einen Vertrag mit dem Raumfahrtunternehmen SpaceX von Elon Musk über gemietete Rechenleistung für mehr als 920 Millionen US-Dollar im Monat.

Google-Chef Sundar Pichai hatte im April erklärt, das Geschäft mit gemieteter Rechenleistung, die sogenannte Cloud, habe in einem Quartal erstmals mehr als 20 Milliarden US-Dollar eingebracht. Ein noch stärkeres Wachstum sei an den Kapazitätsgrenzen gescheitert.

Wofür Meta die Google-KI nutzt

Laut „Financial Times“ setzt Meta die Google-KI intern ein, um Abläufe zu automatisieren. Gemini helfe dabei, Betrugsversuche aufzuspüren und schädliche Inhalte zu entfernen. Darüber hinaus komme sie beim Programmieren sowie in automatischen Dialogprogrammen für Kundenservice und Werbung zum Einsatz.

Meta habe sich zunächst für Gemini entschieden, weil die Google-KI besser abgeschnitten habe als die eigenen Modelle der Reihe Llama. Anders als Google betreibt Meta kein großes eigenes Cloud-Geschäft und baut seine Rechenzentren erst aus.

Zuletzt habe Meta begonnen, sein neues Modell „Muse Spark“ in den Vordergrund zu rücken. Es gilt als konkurrenzfähiger und soll die Abhängigkeit von fremden KI-Modellen verringern.

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