Seltene Warnung vor extremer Hitze in Großbritannien

Auch Großbritannien erlebt eine außergewöhnliche Wetterlage. Dort rechnen Meteorologen mit Temperaturen von bis zu 40 Grad Celsius. Der britische Wetterdienst Met Office hat eine seltene Warnung vor extremer Hitze ausgegeben. Bereits zuvor waren neue Rekorde gefallen: In London wurden Ende Juni Temperaturen von 35 Grad Celsius gemessen – rund 15 Grad mehr als für die Jahreszeit üblich.

In Belgien und den Niederlanden steigt die Hitze ebenfalls weiter an. Der niederländische Wetterdienst KNMI hat für den Süden und die Landesmitte die Warnstufe „Code Orange“ ausgerufen. Sie weist auf eine hohe Wahrscheinlichkeit gefährlicher Wetterbedingungen hin. In Belgien aktivierte die nationale Risikomanagementgruppe die Alarmphase des nationalen Ozon- und Hitzeplans – zum zweiten Mal seit dem August 2020.

Heat Dome bewegt sich nach Deutschland

Meteorologen erwarten, dass die Hitzewelle ihren Höhepunkt in Deutschland, Belgien und den Niederlanden erst in den kommenden Tagen erreicht. Für den Westen und Südwesten Deutschlands werden Temperaturen von bis zu 40 Grad Celsius prognostiziert. Im Osten könnte es sogar noch heißer werden. Das europäische Wettermodell berechnet aktuell Temperaturen bis zu 44 Grad.

Warum die Hitzewelle sich so lange hält

Hinter der außergewöhnlichen Wetterlage steht ein seltenes Zusammenspiel großräumiger atmosphärischer Prozesse. Meteorologen sprechen von einer sogenannten Omega-Blockade. Dabei bildet sich in den höheren Luftschichten ein mächtiges Hochdruckgebiet, das auf Wetterkarten die Form des griechischen Buchstabens Omega annimmt. Dieses Wettermuster wirkt wie eine Barriere: Tiefdruckgebiete werden umgeleitet, Wetterfronten können sich kaum bewegen.

Die Folge ist eine ausgeprägte Hitzeglocke, im Englischen als Heat Dome bezeichnet. Unter dieser Glocke wird heiße Luft über weiten Teilen Europas eingeschlossen. Gleichzeitig sinken die Luftmassen langsam ab. Durch diesen Prozess verdichten sie und erwärmen sich zusätzlich. Die Temperaturen steigen dadurch Tag für Tag weiter an.

Das Phänoimen der Hitzeglocke, auch als Heat Dome oder Hitzedom bezeichnet. (Quelle: t-online)

Heat Dome über Europa – wie ein Deckel auf einem Kochtopf

Meteorologen vergleichen das Phänomen mit einem Deckel auf einem Kochtopf. Die Hitze kann nicht entweichen, während ständig neue warme Luft aus subtropischen Regionen nachströmt – im Fall von Europa kommt die heiße Luft aus Afrika und bringt regelrechte Sahara-Hitze mit sich. Ein nennenswerter Luftaustausch findet kaum statt. Deshalb fehlt der natürliche Mechanismus, der Hitzewellen normalerweise abschwächt.

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