Glätte in Berlin: Kliniken kämpfen mit Patientenansturm

Unfälle durch Glatteis

Wegen Glätte: Berliner Kliniken kämpfen mit Patientenansturm

19.02.2026 – 09:22 UhrLesedauer: 2 Min.

Schnee und Glätte auf der Straße (Symbolbild). Anhaltende Glätte sorgt für Patientenansturm auf Berliner Kliniken. (Quelle: Jens Kalaene/dpa/dpa-bilder)

In Berlin ist es seit Wochen spiegelglatt. Das hat drastische Folgen für die Berliner Kliniken. Wo ist die Lage besonders angespannt?

Berliner Krankenhäuser haben seit Jahresbeginn 2026 einen erheblichen Anstieg von Notfällen durch die anhaltende Winterglätte verzeichnet. Die Kliniken meldeten deutlich mehr Patienten als im Vorjahreszeitraum, wie mehrere Häuser auf Anfrage mitteilten.

Seit Wochen herrscht in Berlin bittere Kälte, die viele Gehwege in gefährliche Rutschbahnen verwandelt hat. Besonders drastisch zeigt sich die Situation bei den Kliniken der Johannesstift Diakonie. In ihren vier Notaufnahmen wurden je nach Tag und Standort bis zu sechsmal mehr Patienten versorgt als an gewöhnlichen Wintertagen, wie eine Sprecherin erklärte.

Die Lage spitzte sich Ende Januar so zu, dass die regulären Kapazitäten nicht mehr ausreichten. In der Evangelischen Elisabeth Klinik seien Feldbetten aufgestellt worden, da die vorhandenen Betten nicht mehr ausgereicht hätten. Teilweise seien Patienten aus entfernten Bezirken wie Prenzlauer Berg nach Wilmersdorf gebracht worden, sagte die Sprecherin der Johannesstift Diakonie (JSD).

Am 30. Januar 2026 erreichte die Notlage ihren Höhepunkt. Die Feuerwehr transportierte Verletzte mit Löschfahrzeugen in die Kliniken, auch Polizeifahrzeuge brachten Menschen in die Notaufnahmen. Die DRK Kliniken Berlin verzeichneten an diesem Tag allein in ihrer Zentralen Notaufnahme in Köpenick 202 Fälle – im Vorjahr waren es am selben Tag nur 125.

Die Charité spricht von einer seit Jahresbeginn „sehr angespannten“ Lage mit dauerhaft hohen Patientenzahlen. Allein vom 16. Januar bis 1. Februar 2026 seien in den Notaufnahmen rund 630 Personen mit glättebedingten Verletzungen versorgt worden. In der Unfallchirurgie mussten teilweise täglich bis zu zehn zusätzliche Operationen durchgeführt werden.

Um den Ansturm zu bewältigen, hat die Charité seit Jahresbeginn einen zusätzlichen OP-Saal nahezu durchgehend in Betrieb genommen. Dies führt teilweise zu Verschiebungen anderer geplanter Operationen, wie eine Pressereferentin mitteilte.

Auch andere Krankenhäuser melden drastische Anstiege. Bei Vivantes wurden im Januar 2026 in den sieben Rettungsstellen für Erwachsene und den Unfallchirurgien etwa 20 bis 30 Prozent mehr Verletzungen behandelt als im Vorjahr. Das Sana Klinikum Lichtenberg versorgte vom 1. Januar bis 11. Februar mehr als 800 Patienten mit glättebedingten Verletzungen – im gleichen Zeitraum des Vorjahres lag die Zahl bei weniger als der Hälfte.

Im St. Joseph Krankenhaus stiegen die Fallzahlen in Orthopädie und Unfallchirurgie zwischen dem 1. Januar und dem 11. Februar 2026 im Vergleich zum Vorjahr um 59 Prozent, teilte ein Sprecher mit. Arbeits- und Wegunfälle nahmen um 22 Prozent zu, ebenso die Fälle im Bereich Kinderorthopädie und -chirurgie. Die Kliniken behandelten vor allem Verletzungen der Extremitäten wie Arm-, Bein-, Sprung- und Handgelenksfrakturen. Zudem wurden zahlreiche Schulter- und Hüftverletzungen sowie Gehirnerschütterungen und andere Kopfverletzungen versorgt.

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