Gibt es Lebensmittel, die Ihre Leber entgiften?

Fakten-Check

Gibt es Lebensmittel, die Ihre Leber entgiften?


Aktualisiert am 13.01.2026 – 08:09 UhrLesedauer: 4 Min.

Gesunde Ernährung: Gemüse wie Brokkoli soll die Leber unterstützen. (Quelle: Daria Kulkova/getty-images-bilder)

Ungesunde Ernährung, Alkohol und Medikamente belasten die Leber. Daher möchten viele Menschen ihre Leber unterstützen und entgiften. Aber geht das überhaupt?

Schadstoffe aus der Ernährung und Umwelt sollen sich im Körper in Form von sogenannten Schlacken ansammeln und die Leber belasten. Daher finden sich viele Tipps und Hausmittel im Internet, die bei der Entgiftung der Leber unterstützen sollen. Aber halten sie wirklich, was sie versprechen? Fünf Lebensmittel im Check.

Die Leber ist eines der wichtigsten Entgiftungsorgane des Menschen. Sie nimmt Giftstoffe wie Alkohol oder Abbauprodukte von Medikamenten aus dem Blut auf, wandelt sie mithilfe von Enzymen in ungiftige Stoffe um oder sorgt dafür, dass sie über den Stuhl oder den Urin ausgeschieden werden. Neben der Leber sind vor allem die Nieren, der Darm, die Haut und die Lunge wichtig für die körpereigene Entgiftung.

Abgesehen von ihrer Funktion als Entgiftungsorgan wandelt die Leber Nährstoffe aus der Nahrung in Stoffe um, die der Körper besser verwerten kann. Zudem speichert sie diese Nährstoffe und gibt sie bei Bedarf an die Zellen ab – etwa Zucker, Eiweiße, Mineralstoffe und Vitamine.

Die Leber ist also tatsächlich einer Menge Schadstoffe ausgesetzt. Allerdings bedeutet das nicht, dass sie durch Säfte, Tees oder Nahrungsergänzungsmittel entgiftet werden muss. Denn dafür hat der Körper selbst viele Mechanismen entwickelt.

Zudem haben die wenigsten „Leber-Heilmittel“ eine nachgewiesene Wirkung auf das Organ. Fünf häufig empfohlene Lebensmittel im Check:

Zitrusfrüchte wie Zitronen oder Grapefruit sollen Antioxidantien liefern, die die Leber bei der Reinigung unterstützen und damit die Regeneration vorantreiben. Eindeutig belegt, ist die Wirkung beim Menschen allerdings nicht.

Prinzipiell sind Antioxidantien wie Vitamin C oder Flavonoide (natürliche Farbstoffe, die Obst und Gemüse ihre Farbe geben) wertvolle Inhaltsstoffe pflanzlicher Lebensmittel. Zwei Antioxidantien, die in Grapefruit vorkommen (Naringenin und Naringin) haben in vereinzelten Tierstudien auch eine gewisse Schutzwirkung auf die Leber gezeigt. Der Mechanismus dahinter: Indem die Antioxidantien die Zellen der Leber vor Schäden durch freie Radikale schützten, konnten sie Entzündungen reduzieren. Allerdings wurde die Wirkung nie mit Grapefruit oder Grapefruitsaft selbst untersucht.

Auch Zitronensäure zeigte einen positiven Effekt auf die Entgiftung. Durch sie konnte Schwermetallen besser gebunden und ausgeschieden werden. Allerdings wurde die positive Wirkung nur in Tierversuchen und mit reiner Zitronensäure nachgewiesen, nicht mit Zitrusfrüchten.

Kohl wie Brokkoli oder Rosenkohl enthält Bitterstoffe. Sie sollen die Leber reinigen und die Entgiftung anregen. Auch Artischocken wird dieser Effekt zugeschrieben. Die Wirksamkeit beim Menschen ist hierbei ebenfalls nicht bestätigt.

Aktie.
Die mobile Version verlassen