Fluchtwagen-Fahrerin
Gewalttat in Stade: SPD-Politiker offenbart familiäre Verbindung
03.07.2026 – 07:47 UhrLesedauer: 2 Min.
Neue Entwicklungen im Fall Stade: Ein niedersächsischer SPD-Politiker macht nun eine persönliche Verbindung zu dem Fall öffentlich.
Nach der Gewalttat mit sechs Toten in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade bei Hamburg gibt es neue Erkenntnisse zur Fahrerin des Fluchtwagens. Bei der 65-Jährigen handelt es sich um die Schwiegermutter des niedersächsischen Landesbeauftragten für Migration und Teilhabe, Deniz Kurku (SPD).
Der Politiker bestätigte die familiäre Verbindung in einer über einen Rechtsanwalt verbreiteten Stellungnahme. Unmittelbar nachdem er durch Medienberichte von der Betroffenheit seiner Schwiegermutter erfahren habe, habe er die Ermittlungsbehörden und weitere Stellen in seinem beruflichen Umfeld informiert, erklärte Kurku. Zunächst hatten mehrere Medien darüber berichtet.
Rolle der Frau weiter Gegenstand der Ermittlungen
Nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler floh der mutmaßliche Schütze nach der Tat in einem Auto, das von der 65-Jährigen gefahren wurde. Polizeibeamte stoppten den Wagen, indem sie auf die Reifen schossen, und nahmen beide Insassen fest.
Welche Rolle die Frau bei der Tat spielte, ist bislang offen. Die Staatsanwaltschaft Stade teilte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit, ihre mögliche Tatbeteiligung sei weiterhin Gegenstand der Ermittlungen. Bereits zuvor hatten die Ermittler erklärt, die Frau habe eine enge Verbindung zur Familie des Tatverdächtigen.
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Kurku äußerte sich auch zu den Opfern der Tat. „Meine Gedanken sind bei den Opfern, ihren Angehörigen, den ihnen nahestehenden Personen und all jenen, die diese schreckliche Tat miterleben mussten“, erklärte der SPD-Politiker.
So reagiert die SPD-Landtagsfraktion
Die SPD-Landtagsfraktion stellte sich demonstrativ hinter ihren Abgeordneten. Fraktionschef Stefan Politze betonte, Kurku stehe in keinem Zusammenhang mit der Tat und habe nach eigenen Angaben keinerlei Kenntnis davon gehabt. Die familiäre Verbindung habe er offengelegt.
„Daraus erwächst weder eine politische noch eine persönliche Verantwortung für Handlungen anderer“, erklärte Politze. Spekulationen und pauschale Schuldzuweisungen gegenüber unbeteiligten Angehörigen seien unangemessen und würden der Schwere der Tat nicht gerecht.
Der mutmaßliche Täter, ein 45 Jahre alter türkischer Staatsangehöriger, sitzt inzwischen in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm sechsfachen Mord vor. Nach derzeitigem Ermittlungsstand gehen die Behörden davon aus, dass ein Sorgerechtsstreit das Motiv für die tödlichen Schüsse war.
