Bald in 30 Märkten

dm will Gesundheitschecks ausweiten


02.04.2026 – 16:02 UhrLesedauer: 2 Min.

Filiale von dm (Symbolbild): Die Drogeriekette will ihre Gesundheitschecks in weiteren Märkten anbieten. (Quelle: Gero Helm/imago)

Der Einzelhandel sieht in Gesundheitsdienstleistungen großes Potenzial. Die Drogeriekette dm will ihr Angebot nun in weitere Filialen bringen.

Seit gut einem halben Jahr bietet dm in einigen Märkten bestimmte Gesundheitsdienstleistungen wie Augenscreenings und Bluttests an. Nun soll laut einem Bericht der „Lebensmittel-Zeitung“ das Angebot ausgeweitet werden.

Zunächst will die Drogeriekette in Zusammenarbeit mit dem Anbieter Skleo Augenuntersuchungen künftig in 30 statt wie bisher in fünf Märkten anbieten. Wurden die Augen-Voruntersuchungen bislang vorwiegend in Städten offeriert, soll das Angebot jetzt auch verstärkt im ländlichen Raum zu finden sein. Auf dem Land sind Facharztpraxen seltener. Entsprechend sehe dm für sein Angebot hier großes Potenzial.

Für die Augentests hat die Drogeriekette spezielle Kabinen in einige ihrer Märkte gebaut. Durchgeführt werden die Untersuchungen von Mitarbeitern, die laut dm speziell geschult sind. Durchgeführt werden ein Sehtest sowie eine Netzhautfotografie. Die Netzhautbilder werden laut dm im Anschluss mithilfe von Künstlicher Intelligenz analysiert und von Fachärzten begutachtet. Erkannt werden sollen hierdurch Erkrankungen wie:

Neben den Augentests will dm laut „Lebensmittel-Zeitung“ auch das Angebot seiner anderen Gesundheitsdienstleistungen ausweiten. Hierfür stehe die Drogeriekette derzeit in Verhandlungen mit dem Hautanalyse-Anbieter Dermanostic und dem Bluttest-Anbieter Aware. Auch Blutdruckmessungen seien denkbar.

Mit Gesundheitsservices außerhalb von Arztpraxen trifft dm einen Nerv. Eine Umfrage der Unternehmensberatung Deloitte zeigt, dass viele Deutsche für solche Services empfänglich sind. 60 Prozent der Befragten gaben an, ausgewählte Gesundheitsservices in Drogeriemärkten, Einkaufszentren oder Supermärkten grundsätzlich attraktiv zu finden.

Auch andere Einzelhändler testen entsprechende Angebote. So bietet die Supermarktkette Kaufland im nordwürttembergischen Mosbach Videosprechstunden mit Ärzten an. Zudem werden die Kunden vor Ort von medizinischen Fachkräften betreut und können den Blutdruck messen oder ein EKG machen lassen.

Kritik gibt es derweil von Ärzten sowie der Wettbewerbszentrale. Diese hatte im vergangenen Jahr Klage vor den Landgerichten Düsseldorf und Karlsruhe gegen das bei dm angebotene Augenscreening eingereicht. Die Wettbewerbszentrale ist ein Verein, bei dem Unternehmen mutmaßlich unlauteres Verhalten von Wettbewerbern anzeigen können. Er bemängelt unter anderem, dass die von dm geschulten Mitarbeiter nicht zur Ausübung von Heilkunde befugt seien: Dies sei ein Verstoß gegen das Heilpraktikergesetz.

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