Rettungsaktion in der Ostsee

Gestrandeter Wal ist weiter in Not

Aktualisiert am 24.03.2026 – 09:43 UhrLesedauer: 2 Min.

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Im Video: Ein gewaltiges Meerestier wird vor Timmendorfer Strand entdeckt. (Quelle: dpa)

Ein Buckelwal steckt vor dem Timmendorfer Strand in der Ostsee fest. Die Rettungsversuche blieben bislang erfolglos. Ein Überblick.

Vor dem Ortsteil Niendorf am Timmendorfer Strand sitzt noch immer ein Wal auf einer Sandbank fest. Das Tier wurde in der Nacht zum Montag im Flachwasser der Lübecker Bucht entdeckt. Auch das Hochwasser gegen Mitternacht habe nicht ausgereicht, dass sich das etwa zehn Meter lange Tier aus eigener Kraft hätte freischwimmen können, sagte ein Polizeisprecher am Dienstagmorgen.

Helfer versuchten von Mittag bis in die Nacht hinein, den Wal in tieferes Wasser zu bringen – ohne Erfolg. Im Einsatz waren Polizeiboote, Schlauchboote, Drohnen der Feuerwehr sowie Experten des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) der Tierärztlichen Hochschule Hannover in Büsum.

Bei dem gestrandeten Tier handelt es sich nach Angaben der Meeresschutzorganisation Sea Shepherd um einen Buckelwal. Sven Biertümpfel, Sprecher von Sea Shepherd, geht davon aus, dass es sich vermutlich um einen jungen Walbullen handele, da männliche Tiere im Gegensatz zu Kühen auf Wanderschaft seien. Biertümpfel zufolge handele es sich wahrscheinlich sogar um dasselbe Tier, das seit März im Hafen von Wismar gesichtet worden sei.

Nach Auskunft des Deutschen Meeresmuseums werden ausgewachsene männliche Buckelwale etwa 15 Meter lang, weibliche Tiere sogar noch etwas größer. Ein ausgewachsenes Tier wiege etwa 35 Tonnen. Einer Übersicht der Deutschen Stiftung Meeresschutz zufolge ist der Buckelwal der häufigste Besucher in der Ostsee.

Almut Neumeister, Sprecherin des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund, erklärte, man könne versuchen, gestrandete Wale mit Luftkissen oder Seilen zu bewegen. Aufgrund des hohen Gewichts der Säugetiere ist es sehr schwierig, Wale von einer Sandbank oder im flachen Wasser wieder ins tiefere Wasser zu bekommen.

Die Polizei hat den Bereich um den Niendorfer Hafen abgesperrt. Nach Angaben des Deutschen Meeresmuseums können Wale bei Rettungsaktionen stark unter Stress geraten; Unbeteiligte sollten sich weder zu Wasser noch zu Land noch aus der Luft annähern. Ob ein weiterer Rettungsversuch unternommen wird, war zum Zeitpunkt der Berichterstattung offen.

Normalerweise ist die Ostsee nach Angaben der Deutschen Stiftung Meeresschutz keine Heimat für große Wale. Dennoch können sie dort auftauchen, wenn sie auf der Suche nach Nahrung Fischschwärmen folgen, sagte Neumeister vom Deutschen Meeresmuseum.

Warum der Wal vor Niendorf strandete, ist bislang unklar. Stephanie Groß, Expertin am ITAW der Tierärztlichen Hochschule Hannover, erklärte, der Wal könne krank, verletzt oder erschöpft sein. Es sei aber auch möglich, dass das Tier schlicht unglücklich in den Flachwasserbereich geraten sei.

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