Gerd Siegmund übt deutliche Kritik – „ein Totalschaden“

Ex-DSV-Adler schlägt Alarm

„Ansonsten gehen die Lichter aus in Skisprung-Deutschland“

10.01.2026 – 09:40 UhrLesedauer: 2 Min.

Andreas Wellinger: Der Olympiasieger steckt aktuell in einem Formtief. (Quelle: IMAGO/Ulrich Wagner)

Nur zwei deutsche Skispringer schafften es bei der Vierschanzentournee unter die Top 20. Die Gesamtbilanz des DSV ist daher eher enttäuschend. Ein Ex-Springer schlägt Alarm.

Gerd Siegmund macht sich große Sorgen um das deutsche Skispringen. Der ehemalige DSV-Adler und Vizeweltmeister kritisierte in seinem Podcast „Spitzensalat“ die deutsche Ausbeute bei der Vierschanzentournee. Nur Felix Hoffmann und Philipp Raimund nahm er in Schutz, da beide zu den besten zehn Springern zählten.

„Alles andere, was in Deutschland passiert, ist ein Totalschaden.“ Die Situation sei dramatisch, warnte der frühere Vizeweltmeister: „Ansonsten gehen die Lichter aus in Skisprung-Deutschland.“

Pius Paschke lag in der Gesamtwertung nur auf Rang 23, Andreas Wellinger sogar auf Platz 36, Karl Geiger auf 45. Siegmund sieht strukturelle Probleme: Es fehle an Talenten, Trainern und Schanzen. „Wenn wir großes Pech haben, müssen wir durch eine jahrelange Durststrecke gehen“, sagte er.

Siegmund ist nicht der einzige Ex-Springer, der einen kritischen Ton anschlägt. Sven Hannawald monierte zuletzt die Einstellung mancher Athleten. „Mir ist wieder aufgefallen, dass uns Deutschen dieses ’noch mal mehr Gas geben‘ nicht möglich war“, sagte er im Gespräch mit RTL/ntv und „sport.de“. „Ich sehe jetzt wenige Springer, die mal sauer sind oder einfach mal Luft rauslassen, weil es einfach nervt, dass sie es irgendwie nicht hinbekommen“, sagte Hannawald, der Raimund von seiner Kritik ausnahm: „Ich habe jetzt nicht das Gefühl, dass da irgendwo einer brennt, vorwärtszukommen. Und das ist, glaube ich, so ein bisschen der Unterschied zu Österreich.“

Auch wenn Siegmund ebenfalls kritisch ist, in puncto Einstellung sieht er keine Probleme. „Dass diejenigen, die in die Nationalmannschaft kommen, selbstzufrieden sind und nicht mehr arbeiten und trainieren würden, davon bin ich nicht überzeugt“, stellte er klar. „Ich glaube nicht, dass wenn du 15 Jahre investiert hast, sagst: ‚Jetzt bin ich in der Nationalmannschaft, jetzt kann ich mich zurücklehnen‘. Das glaube ich einfach nicht“, so Siegmund.

Der 52-Jährige sieht eher strukturelle Probleme: Es fehle an Talenten, Trainern und Schanzen. „Wenn wir großes Pech haben, müssen wir durch eine jahrelange Durststrecke gehen“, sagte Siegmund.

Aktie.
Die mobile Version verlassen