Wie in Frankreich?

„Gen Z regelt“ ruft in Köln zur Demonstration auf

21.10.2026 – 17:40 UhrLesedauer: 2 Min.

Ausschreitungen in Paris: In der franzöischen Hauptstadt kam es bei den Protesten zu Zusammenstößen und Gewalttaten. (Quelle: Emma Da Silva/AP/dpa/dpa-bilder)

An Halloween ruft die Initiative „Gen Z regelt“ über soziale Netzwerke zu Protesten gegen den Kapitalismus auf. Köln gilt als möglicher Treffpunkt am Heumarkt.

In Köln könnte es an Halloween zu einer Demonstration Jugendlicher und junger Erwachsener kommen. Die Initiative „Gen Z regelt“ ruft über soziale Netzwerke für den 31. Oktober zu bundesweiten Protesten gegen den Kapitalismus auf. Auch Köln steht auf der Liste der angekündigten Demonstrationsorte. Demnach sollen sich Teilnehmer um 14 Uhr auf dem Heumarkt in der Kölner Innenstadt versammeln.

Auf Instagram verbreiten verschiedene Accounts entsprechende Aufrufe. Auf einem Plakat mit der Aufschrift „Protest für die Welt“ werden neben Köln auch Städte wie Berlin, Hamburg, München, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf genannt. Ein weiterer Aufruf trägt die Überschrift „GenZ-Protests in Germany against Capitalism on Halloween“.

Protestaufruf von „Gen Z regelt“ polizeibekannt

Ob es in Köln tatsächlich zu einer Demonstration kommen wird, ist allerdings noch unklar. Auf Anfrage der Kölner Redaktion von t-online teilte die Polizei mit, dass bislang keine entsprechende Versammlung angemeldet worden sei. Der Aufruf in den sozialen Netzwerken sei den Beamten jedoch bekannt.

Die Polizei verwies in diesem Zusammenhang auf die gesetzliche Regelung, nach der öffentliche Versammlungen unter freiem Himmel grundsätzlich spätestens 48 Stunden vor ihrer Bekanntgabe angemeldet werden müssen. Ob die Organisatoren noch eine Anmeldung einreichen werden, bleibe abzuwarten.

„Gen Z regelt“: Proteste in 21 deutschen Städten geplant

Hinter den bundesweiten Aufrufen steht ein Bündnis mit dem Namen „Gen Z regelt“. Zu den Forderungen gehören unter anderem höhere Investitionen in Bildung und Gesundheit, bezahlbare Lebenshaltungskosten und die Abschaffung der Wehrpflicht. Außerdem verlangt die Initiative eine stärkere Beteiligung junger Menschen an politischen Entscheidungen.

In den sozialen Netzwerken wird zu den Protesten mit Slogans wie „Gen Z regelt“ und „Endkapitalismus“ mobilisiert. Die Organisatoren beziehen sich auch auf Jugendproteste in anderen Ländern, darunter Frankreich.

Am Wochenende war es unter anderem in Paris am Rande von Demonstrationen gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungssystem zu massiven Ausschreitungen gekommen. Tausende Geschäfte wurden geplündert, Rathäuser und Polizeistationen angegriffen und mehrere Gebäude in Brand gesetzt. Als Reaktion darauf wurden in mehreren Großstädten nächtliche Ausgangssperren verhängt.

Gewerkschaft der Polizei warnt vor linksextremistischer Einflussnahme

Die geplanten Demonstrationen beschäftigen inzwischen auch die Sicherheitsbehörden. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) äußerte Bedenken. Der Berliner GdP-Landeschef Stephan Weh warnte davor, dass radikale Kräfte demokratische Proteste für ihre eigenen Zwecke vereinnahmen könnten.

Besonders kritisch sehen Polizeivertreter den Termin an Halloween. In der Vergangenheit war es in mehreren deutschen Städten in der Halloween-Nacht zu Ausschreitungen gekommen. Dabei wurden unter anderem Einsatzkräfte mit Feuerwerkskörpern beworfen und Müllcontainer angezündet.

Der GdP-Vorsitzende für den Bereich Bundespolizei, Andreas Roßkopf, kündigte in der „Rheinischen Post“ ein konsequentes Vorgehen bei möglichen Ausschreitungen an. Er warnte ebenfalls davor, dass sich gewaltbereite Extremisten unter friedliche Demonstranten mischen könnten. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums erklärte am Mittwoch, die Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern beobachteten die Entwicklung aufmerksam und tauschten sich dazu eng aus.

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