Geknacktes Encrochat-System entlarvt Drogenring mit Millionenumsatz

Geknacktes Krypto-System

Kölner Drogenimperium zerbricht – Ermittler lesen geheime Chats mit

06.02.2026 – 04:19 UhrLesedauer: 1 Min.

Eine Frau hält ein Smartphone mit dem Logo des Krypto-Messengerdienstes Encrochat (Symbolbild): Französische Ermittler hatten das verschlüsselte System geknackt. (Quelle: Sebastian Kahnert/dpa/dpa-bilder)

Zwei Männer aus Köln handeln jahrelang mit Drogen und verdienen Millionen. Ihre verschlüsselten Nachrichten werden ihnen zum Verhängnis.

Ein 36-jähriger Mann aus Köln hat vor dem Landgericht Düsseldorf gestanden, jahrelang international mit Drogen gehandelt und damit Millionen verdient zu haben. Die elfte Strafkammer verurteilte ihn zu neuneinhalb Jahren Haft – deutlich weniger als die durch die Staatsanwaltschaft geforderten 14 Jahre.

Die Männer hatten ihre Geschäfte über Krypto-Handys mit dem Encrochat-System abgewickelt. Dieses galt als abhörsicher, wurde aber von französischen Ermittlern geknackt. Die Behörden teilten die erbeuteten Daten europaweit. Dem Düsseldorfer Gericht lagen dadurch umfangreiche Chatprotokolle vor, die die Drogengeschäfte dokumentierten.

Die Geschäfte des Hauptangeklagten reichten bis nach Kolumbien. Gemeinsam mit anderen soll er dort 2021 eine Bestellung über 750 Kilogramm Kokain im Wert von 50 Millionen Euro aufgegeben haben. Die Lieferung kam jedoch nie an: Im Januar 2021 fiel das Boot der Schmuggler beim Umladen auf hoher See der US-Küstenwache auf. Die Besatzung entsorgte die Drogen im Meer und flüchtete.

Der Prozess begann Ende November. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

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