Nach Ausrottung Hybriden gezüchtet

Riesenschildkröten kehren nach Galapagos zurück


23.02.2026 – 11:36 UhrLesedauer: 2 Min.

Wiederansiedlung auf dem Galapagos-Archipel: Junge Riesenschildkröten erkunden die Insel Floreana, nachdem sie von einem Zuchtzentrum dorthin transportiert wurden. (Quelle: Dolores Ochoa/AP/dpa/dpa-bilder)

Die Floreana-Riesenschildkröten galten als ausgestorben. Mit ihrem Erbgut gezüchtete Hybride sollen das Archipel nun wieder bevölkern.

Fast 150 Jahre nach der Ausrottung der Floreana-Unterart der Galapagos-Riesenschildkröten kehren eng verwandte Tiere in diesen Lebensraum zurück. Am Freitag ließen Ranger Dutzende junge Hybridtiere auf der zum Galapagos-Archipel gehörenden Insel Floreana frei, um mit der Wiederherstellung des geschwächten Ökosystems der ecuadorianischen Insel zu beginnen.

Die 158 Neuankömmlinge im Alter von acht bis 13 Jahren hätten bereits begonnen, den Lebensraum zu erkunden, den sie in den kommenden Jahren maßgeblich mitgestalten sollen, berichtet Fredy Villalba, Leiter der Zuchtstation des Galápagos-Nationalparks auf der Insel Santa Cruz. Die Freilassung der Schildkröten fiel genau mit dem Einsetzen der ersten Winterregen der Saison zusammen.

„Sie sind groß genug, um ausgewildert zu werden, und können sich gegen eingeschleppte Tiere wie Ratten und Katzen verteidigen“, so Villalba weiter. Er betonte, dass für Floreana gezielt die besten Exemplare mit der stärksten genetischen Abstammung ausgewählt wurden. Für die Auswilderung wurden aus Vorfahren, die auf der rund 180 Kilometer entfernten Insel Isabela leben, Schildkröten gezüchtet, die große Teile des Erbguts der auf Floreana ausgestorbenen Floreana-Art Chelonoidis niger aufweisen.

Die 158 Neuankömmlinge sind nur der Anfang. Insgesamt sollen 700 Schildkröten schrittweise auf Floreana angesiedelt werden. Sie teilen sich dort ihren Lebensraum mit Flamingos, Leguanen, Pinguinen, Möwen und Greifvögeln. Gleichzeitig müssen sie sich gegen eingeschleppte Tiere wie Ratten, Katzen, Schweine und Esel behaupten.

Vor zwei Jahrhunderten lebten auf Floreana schätzungsweise rund 20.000 Riesenschildkröten. Walfang, vom Menschen auf die Insel gebrachte Säugetiere, ein verheerender Brand und eine intensive menschliche Ausbeutung führten jedoch schließlich zu ihrem Aussterben.

Insel-Bewohnerin Verónica Mora bezeichnete die Freilassung der Schildkröten als einen wahr gewordenen Traum. „Wir erleben die Verwirklichung eines Projekts, das vor mehreren Jahren begonnen hat“, sagte sie dem US-Fernsehsender CNN. Sie fügte hinzu, dass die Gemeinschaft sehr stolz auf die Rückkehr der Riesenschildkröten sei.

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