Technik vom Bodensee
315.000 Fahrgäste täglich: So soll Hamburgs neue U5 funktionieren
03.03.2026 – 12:15 UhrLesedauer: 2 Min.
Hamburgs neue U5 wird das größte U-Bahn-Projekt Deutschlands. Die Antriebstechnik dafür kommt vom Bodensee.
Für das größte U-Bahn-Projekt Deutschlands kommt Antriebstechnik vom Bodensee: Der Technologiekonzern ZF aus Friedrichshafen liefert Getriebe für die neue Hamburger Linie U5 und für weitere Fahrzeuge der Hochbahn. Insgesamt geht es um 2.992 Exemplare über einen Zeitraum von rund 15 Jahren.
Die Hamburger Hochbahn hat für die U5 und zur Modernisierung der bestehenden Flotte 374 neue U-Bahnen beim Hersteller Alstom bestellt. Ausgerüstet werden die Fahrzeuge des Typs DT6 mit einem neu entwickelten zweistufigen Stirnradgetriebe von ZF. Hamburg, Alstom und ZF arbeiten nach Unternehmensangaben seit fast vier Jahrzehnten zusammen.
Die U5 soll auf mehr als 29 Kilometern Länge 24 Haltestellen verbinden. Geplant ist ein vollautomatischer Betrieb im 90-Sekunden-Takt. Nach konservativen Schätzungen rechnet die Hochbahn mit rund 315.000 Fahrgästen pro Tag.
„Bei diesem Volumen an Fahrten und Passagieren muss alles perfekt ineinandergreifen“, sagt Markus Gross, Leiter der Produktlinie Bahn-Antriebssysteme bei ZF. „Wer einen Weltstadt-ÖPNV betreibt, braucht Antriebstechnologie, die diesem Anspruch gerecht wird. Und genau damit unterstützen wir nun unseren Partner Alstom und die Hansestadt.“
ZF hat das Getriebe nach eigenen Angaben eigens für den DT6 entwickelt. Es ist auf eine Achslast von bis zu 10.000 Kilogramm ausgelegt. Beim Bau setzte das Unternehmen nach eigenen Angaben auf ein geräusch- und gewichtsoptimiertes Design. Das Gehäuse besteht aus Aluminium, das System wiegt trocken rund 210 Kilogramm. Zudem werde weniger Öl benötigt, was Wartungsaufwand und Kosten senken soll. Auch die Demontage sei vereinfacht worden, sodass Räder schneller überholt werden können.
Die Getriebe werden in Friedrichshafen gefertigt, anschließend liefert ZF sie an Alstom. Im ersten Schritt sind 384 Getriebe für 48 Fahrzeuge vorgesehen. Ein erstes Testgetriebe soll Ende 2026 ausgeliefert werden, die Serienfertigung ist ab dem ersten Quartal 2027 geplant. Danach sollen jährlich 20 weitere Fahrzeuge als Option folgen.
