Ein „Köln-Versteher schlechthin“

Fritz Schramma auf dem Westfriedhof beigesetzt


27.08.2026 – 14:10 UhrLesedauer: 2 Min.

Fritz Schramma (Archivbild): Das ehemalige Oberhaupt der Stadt Köln wurde 78 Jahre alt. (Quelle: imago stock&people/imago)

Der ehemalige Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma wird auf dem Westfriedhof beigesetzt. Der amtierende OB Torsten Burmester findet lobende Worte für den Verstorbenen.

Am Donnerstag wurde Kölns ehemaliger Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU) auf dem Westfriedhof beigesetzt. Schramma, von 2000 bis 2009 das Oberhaupt der Stadt Köln, war am 17. August dieses Jahres im Alter von 78 Jahren verstorben. Bei der Trauerfeier nannte Kölns amtierender Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD), seinen Vorgänger einen „Köln-Versteher schlechthin“. Schramm sei stets in der Stadt unterwegs und „für jede und jeden ansprechbar“, so Burmester weiter.

„Mir ist niemand bekannt, der einen solch umfassenden Blick auf Köln, eine solche Orts- und Menschenkenntnis besitzt, wie sie Fritz Schramma hatte“, sagte Burmester auf dem Kölner Westfriedhof an der Vogelsanger Straße. Laut Burmester sei ein Höhepunkt von Schrammas Amtszeit der Weltjugendtag im Jahr 2005. Damals war Papst Benedikt XVI. zu Besuch in Köln und hatte sich in das Goldene Buch der Stadt eingetragen.

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Burmester lobt Schramma für „Kölner Rat der Religionen“

Auch besuchte der Past die Kölner Synagoge und sprach mit Muslimen. Das habe Schramma dazu inspiriert, den Kölner Rat der Religionen ins Leben zu rufen, der bis heute Bestand hat. Mit dieser Idee habe Schramma wesentlich zum friedlichen Zusammenleben in Köln beigetragen. „Wir führen dieses Erbe aus tiefer Überzeugung fort“, sagte Burmester.

Trauerfeier für Fritz Schramma: Der ehemalige Oberbürgermeister von Köln wurde auf dem Westfriedhof beigesetzt. (Quelle: dpa/Oliver Berg)

Nach dem überraschenden Tod seines Vorgängers Harry Blum (CDU) übernahm Schramma im März 2000 die Amtsgeschäfte als Oberbürgermeister. Er habe sich laut Angaben der Stadt stets als „erster Bürger“ Kölns verstanden und setzte unter anderem Bürgersprechstunden an. Zudem chattete er als erster Oberbürgermeister in Nordrhein-Westfalen im Internet mit Bürgerinnen und Bürgern.

Fritz Schramma trat 2025 aus der CDU aus

Während Schrammas Amtszeit ereignete sich am 3. März 2009 der Einsturz des Kölner Stadtarchivs. Sein Krisenmanagement stieß auf heftige Kritik – letztlich zog Schramma die Konsequenzen und verzichtete auf eine erneute Kandidatur als Oberbürgermeister.

Auch nach seinem Abschied aus dem Rathaus blieb Schramma ein Mann für die Öffentlichkeit. 2025 sorgte er erneut für Schlagzeilen, als er nach dem schwachen Abschneiden der CDU bei der Kommunalwahl seinen Austritt aus der Partei bekanntgab – nach fast 50 Jahren Mitgliedschaft. Als Grund nannte er unter anderem die mangelnde Diskussionskultur innerhalb des Kölner Kreisverbandes.

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