Vorbild für Deutschland?
Frankreich verkauft Gold aus US-Reserven – mit großem Gewinn
Aktualisiert am 06.04.2026 – 14:59 UhrLesedauer: 2 Min.
Frankreich hat einen Teil seiner Goldreserven in den USA verkauft und neu aufgebaut. Die Umstellung spült Milliarden in die Kassen der Banque de France.
Die französische Zentralbank hat durch eine Umstrukturierung ihrer Goldreserven einen außergewöhnlich hohen Gewinn erzielt. Wie die Banque de France mitteilte, verbuchte sie dabei Kapitalerträge in Höhe von rund 12,8 Milliarden Euro. Hintergrund ist der Verkauf und Ersatz eines Teils ihrer Goldbestände zu einer Phase besonders hoher Goldpreise.
Konkret ließ die Notenbank zwischen Juli 2025 und Januar 2026 rund 129 Tonnen Gold austauschen – das entspricht etwa fünf Prozent der gesamten französischen Reserven. Das Gold, das zuvor in den USA gelagert war, wurde verkauft und durch neue, international standardisierte Goldbarren ersetzt, die nun in Paris lagern. Insgesamt blieb die Menge der französischen Goldreserven mit rund 2.437 Tonnen unverändert.
Die Maßnahme ist Teil einer langfristigen Strategie: Bereits seit den 2000er-Jahren ersetzt die Zentralbank schrittweise ältere oder nicht standardisierte Goldbestände durch Barren, die heutigen internationalen Anforderungen entsprechen. Ein interner Prüfbericht hatte empfohlen, diesen Prozess für die verbliebenen Bestände im Ausland abzuschließen. Statt das Gold aufwendig zu transportieren und zu veredeln, entschied sich die Bank für Verkauf und Neukauf.
Auch in Deutschland wird vereinzelt darüber diskutiert, einen Teil der Goldreserven aus den USA zurückzuholen. Hintergrund sind politische Unsicherheiten und Forderungen nach mehr Kontrolle über nationale Vermögenswerte. Die französische Zentralbank betont jedoch, ihre Entscheidung sei rein wirtschaftlich begründet gewesen.
Der erzielte Gewinn wirkte sich deutlich auf die Bilanz aus: Nach einem Verlust im Jahr 2024 verzeichnete die Banque de France 2025 wieder einen Überschuss von 8,1 Milliarden Euro. Weitere Anpassungen sind bereits geplant: Noch rund 134 Tonnen Gold – überwiegend ältere Barren und Münzen – sollen bis 2028 ebenfalls auf den aktuellen Standard gebracht werden.
