Wissenschaftlicher Durchbruch

Erstmals seit 100 Jahren – Forscher entdecken neue Pinguinart


Aktualisiert am 30.09.2026 – 05:40 UhrLesedauer: 2 Min.

Ein Eselspinguin (Pygoscelis papua): Foscher haben eine neue Art entdeckt. (Quelle: via www.imago-images.de/imago)

Auf den abgelegenen Kerguelen-Inseln haben Forscher eine neue Pinguinart entdeckt. Die neue Studie beendet eine wissenschaftliche Debatte, die seit über Hundert Jahren andauert.

Forscher haben auf den abgelegenen Kerguelen-Inseln im südlichen Indischen Ozean eine bislang unbekannte Pinguinart identifiziert. Sie trägt den wissenschaftlichen Namen Pygoscelis kerguelensis und gehört zu den Eselspinguinen, die bislang als eine einzige Art galten.

Neue genetische Analysen zeigen nun: Es gibt insgesamt vier verschiedene Arten. Drei bisherige Unterarten wurden auf Artenstatus gehoben, die Kerguelen-Art wird erstmals neu beschrieben. Die Studie von Wissenschaftlern aus Chile und der University of California (USA) wurde im US-Fachjournal „Communications Biology“ veröffentlicht.

Die anderen drei Arten leben auf den Falklandinseln und in Südamerika, auf der Antarktischen Halbinsel, an der Küste der Antarktis und auf Südgeorgien sowie auf mehreren subantarktischen Inseln wie den Crozet-, Marion- und Macquarie-Inseln.

Die Pinguine unterscheiden sich kaum im Aussehen – sie haben einen weißen Bauch und schwarzen Rücken –, aber deutlich in ihrer Genetik, Größe und ihrem Verhalten. Die Forscher haben erstmals nahezu das gesamte Verbreitungsgebiet der Eselspinguine genetisch untersucht und damit eine jahrzehntelange Debatte in der Wissenschaft beendet.

Ein Eselspinguin (Pygoscelis papua), watet mit ausgebreiteten Flügeln durch Tiefschnee. (Quelle: IMAGO/imageBROKER/Stefan Nehls/imago)

Die Frage, wie viele Arten von Eselspinguinen klassifiziert werden können, beschäftigt die Wissenschaft seit über Hundert Jahren. Frühere Studien schlugen bis zu sechs Unterarten vor. Erst jetzt, mit neuen Genomdaten von 64 Pinguinen aus zehn Kolonien, gibt es einen Konsens.

Die isolierten Lebensräume und die Anpassung an unterschiedliche Bedingungen haben die Artenbildung innerhalb der vergangenen 300.000 bis 500.000 Jahre begünstigt – etwa durch spezielle Gene für Kälte, Tauchen oder Nahrungssuche. Die Erkenntnisse könnten auch für den Schutz anderer Insel-Pinguine wie den Galapagos-Pinguin wichtig werden, denn viele dieser Arten haben keine Ausweichmöglichkeiten, wenn sich ihr Lebensraum verändert.

  • „Tickende Zeitbombe“: Australien warnt vor Massensterben von Wildtieren
  • Tierquälerei: Igel mit roter Farbe besprüht – mit Folgen

Drei der vier Arten sind bedroht

Die Entdeckung kommt zu einem kritischen Zeitpunkt: Drei der vier Arten sind durch den menschengemachten Klimawandel und die Erwärmung der Ozeane akut bedroht. Nur die südliche Art, die auf der Antarktischen Halbinsel und auf Südgeorgien lebt, könnte von den Veränderungen sogar profitieren und ihr Verbreitungsgebiet ausweiten.

Für die anderen Arten sagen Klimamodelle bis 2050 einen massiven Verlust ihrer Lebensräume voraus – viele Inseln werden für sie unbewohnbar. Die subantarktische Region, in der die meisten dieser Pinguine leben, ist besonders sensibel, da sie aus weit voneinander entfernten Inseln besteht, die von verschiedenen Ländern verwaltet werden.

Die Daten aus der Studie sollen künftig auch für die Erforschung von Vogelkrankheiten wie der Vogelgrippe genutzt werden, die derzeit viele Tierarten weltweit bedroht – unter anderem auch Pinguine in Australien.

Share.
Die mobile Version verlassen