
Anfrage der Linken
Regierungsflieger sind häufiger ohne als mit Passagieren unterwegs
19.02.2026 – 13:48 UhrLesedauer: 2 Min.
Bei offiziellen Amtsgeschäften dürfen die Regierenden nötigenfalls Maschinen der Bundeswehr nutzen. Doch ein Detail sorgt für erhebliche Kritik.
Die Flugbereitschaft der Bundeswehr war im Zeitraum von Mai bis Ende 2025 häufiger ohne Passagiere unterwegs als mit Regierungsmitgliedern oder dem Bundespräsidenten. Das geht aus einer Antwort des Verteidigungsministeriums auf eine Anfrage der Linken hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.
Demnach zählte das Ministerium in diesem Zeitraum 488 Flüge mit Mitgliedern der Bundesregierung oder dem Bundespräsidenten – und 700 sogenannte Bereitstellungsflüge. Diese Leerflüge erfolgen, wenn Maschinen der Flugbereitschaft vom Standort Köln zu dem Ort fliegen, an dem sie für den Transport gebraucht werden. Nach Angaben des Ministeriums werden diese Flüge zum Teil auch für Trainingszwecke genutzt.
Angefragt hatte der Linken-Abgeordnete Dietmar Bartsch. Er wollte wissen, wie oft Kanzler, Minister und Ministerinnen seit Amtsantritt der neuen Bundesregierung unter Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am 6. Mai 2025 die Flugbereitschaft nutzten.
Laut Aufstellung liegt das Bundeskanzleramt mit 106 Flügen vorn, gefolgt vom Auswärtigen Amt mit 96 Flügen und dem Bundespräsidialamt mit 66. Das Landwirtschaftsministerium griff mit zwei Flügen am seltensten auf die Flugbereitschaft zurück.
Bartsch äußerte Kritik an der Häufigkeit der Einsätze. „Dass die Bundesregierung im Schnitt mehr als einmal täglich die VIP-Flüge der Bundeswehr nutzt, ist in diesem Ausmaß nicht akzeptabel“, sagte der frühere Fraktionsvorsitzende der Linken laut dpa. Es handle sich um ein Privileg, das mit „Sorgfalt und Sparsamkeit“ eingesetzt werden solle. Alternativen wie Linienflüge oder die Bahn müssten stärker berücksichtigt werden.
Mit Blick auf die hohe Zahl an Leerflügen kritisierte Bartsch zudem die Stationierung der Flugbereitschaft in Köln. Dass rund 500 Flügen mit Passagieren 700 Leerflüge gegenüberstehen, sei „kaum zu vermitteln“. Er sprach von einem „teuren Konstruktionsfehler“, da die Bundeshauptstadt seit mehr als 30 Jahren Berlin sei.