„Ich bremse nicht für Wokies“
Florian Schroeder startet mit Kampfansage und Selbstironie
29.10.2026 – 19:43 UhrLesedauer: 3 Min.
Florian Schroeders Engagement beim ZDF wurde viel diskutiert. Gleich beim Start von „Journal Deluxe“ spielt der Satiriker mit den Erwartungen an seine Show über Linke und Grüne.
Florian Schroeder startet am Donnerstag mit „Journal Deluxe“ im ZDF und beginnt seine neue Sendung nicht mit vorsichtiger Orientierung, sondern mit demonstrativer Überzeichnung: „Hallo meine Damen und Herren, herzlich willkommen hier bei ‚Journal Deluxe‘ – und ganz besonders: Liebe Linke, Salam aleikum, ich küss‘ dein Herz, Bruder“, begrüßt er die Zuschauer und thematisiert sogleich die Schlagzeilen der vergangenen Wochen.
Beim Auftakt der Sendung, der seit dem 29. Oktober als Stream im ZDF verfügbar ist, macht er die Ansage, „Journal Deluxe“ sei die Comedyshow im ZDF und auf 3sat, die sich „nur, wirklich nur über Linke und Grüne lustig macht“. Willkommen in der „Tempo-250-Zone des politisch inkorrekten Witzes“, kündigt er an. Auf seinem Porsche, scherzt er, stehe: „Ich bremse nicht für Wokies.“
Florian Schroeder scherzt über „Journal Deluxe“-Debatte
Der Ton ist gesetzt: Schroeder nimmt die Erwartung, seine Sendung werde vor allem ein Angriff auf das linke und grüne Milieu, nicht aus dem Raum, sondern macht sie gleich zum Thema. „Was ist denn aus dem geworden, ist er falsch abgebogen?“, fragt er sinngemäß über sein vermeintliches Image. Seine Antwort: Nein. Das Ganze sei die konsequente Umsetzung einer alten ZDF-Idee, des „Wunschfernsehens“, bei dem man auswählen konnte, was man sehen möchte.
Auch die Kritik, die schon vor dem Start an der Sendung geübt wurde, verarbeitet Schroeder im Auftakt. Er erzählt, die Urteile seien gekommen, bevor die Sendung überhaupt lief, und verweist auf einen Artikel der „Süddeutschen Zeitung“ vom 5. Oktober mit dem Titel „Für euch Hater von ARD und ZDF“. Der Text sei erschienen, scherzt er, bevor er selbst gewusst habe, dass er die ZDF-Show moderieren würde. Darin wurde ein internes Strategiepapier zitiert, dem zufolge „Journal Deluxe“ einen Kontrapunkt zu gängigen Comedyformaten setzen und jene kritisieren solle, die sonst selten kritisiert würden: „Grüne, Linke und Co.“
- Interne Strategie des ZDF enthüllt: Nimmt neue Satire-Show diese Gruppe ins Visier?
„Man nennt mich den Ulrich Siegmund der Comedy“
Schroeder macht aus der Vorabdebatte eine Pointe über politische Zuschreibungen. In den sozialen Medien sei „die Hölle los“ gewesen; über sich habe er gelernt, dass er zugleich linksextrem und rechtsextrem sei. Das sei das größte Kompliment, das man ihm machen könne. „Man nennt mich auch den Ulrich Siegmund der Comedy“, sagt er. Alice Weidel schreibe seine Texte, Peter Thiel ziehe im Hintergrund die Fäden, spottet er.
