Vor den Landtagswahlen

Fischbrötchen, Pfiffe und eine Warnung – Merz im Wahlkampf

Aktualisiert am 31.08.2026 – 21:34 UhrLesedauer: 4 Min.

In Quedlinburg trägt Merz sich ins Goldene Buch der Stadt ein. (Quelle: Kay Nietfeld/dpa-Pool/dpa/dpa-bilder)

An der Ostseeküste wird Merz mit Pfiffen und Beschimpfungen begrüßt, im Harz wird er abgeschottet. Der Kanzler wagt sich erstmals in den Wahlkampf im Osten.

Bundeskanzler Friedrich Merz hat bei seiner Wahlkampfpremiere in Ostdeutschland erneut eindringlich vor den wirtschaftlichen Folgen eines Wahlsiegs der AfD gewarnt. „Sachsen-Anhalt darf kein Experimentierfeld für Wutbürger werden“, sagte er nach einem gemeinsamen Besuch mit CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze in Quedlinburg im Harz. Auf dem Stiftsberg der über 1.000 Jahre alten Stadt mit ihren mehr als 2.000 Fachwerkhäusern wurden die beiden streng mit Polizeisperren abgeschottet.

Zuvor war der Wählerkontakt in Mecklenburg-Vorpommern, wo am 20. September ein neuer Landtag gewählt wird, ungemütlich für Merz verlaufen. In Kühlungsborn an der Ostseeküste besuchte er einen CDU-Wahlkampfstand, wurde von Passanten ausgepfiffen und als „Kriegstreiber“ und „Pinocchio“ beschimpft. Andere verteidigten ihn und forderten Anstand ein. Ein eigentlich geplantes Statement vor den Kameras wurde abgesagt. Eine Begründung gab es dafür auf Anfrage beim CDU-Team nicht.

Ein Besuch an einem Wahlkampfstand in Kühlungsborn ist der Wahlkampfauftakt für Merz im Osten. (Quelle: Bernd Wüstneck/dpa/dpa-bilder)

In Quedlinburg in Sachsen-Anhalt zeigte sich der Chef der Bundespartei nach einem Besuch der Stiftskirche, die wie die gesamte Altstadt zum Weltkulturerbe zählt, zusammen mit Ministerpräsident Schulze den Medienvertretern. Sollte es zu einer absoluten Mehrheit einer rechtspopulistischen Partei kommen, „dann werden internationale Investoren es sich dreimal überlegen, ob sie noch in Sachsen-Anhalt investieren“, sagte Merz.

Merz hofft auf Aufholjagd

Der CDU-Chef zeigte sich aber zuversichtlich, dass es in der letzten Woche vor der Wahl am Sonntag noch zu einer Aufholjagd kommen kann. Es stehe viel auf dem Spiel, „aber ich habe die Zuversicht, dass es am Sonntag ein gutes Ergebnis geben wird für Sven Schulze und die CDU“.

Der Kanzler erinnerte an die letzte Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im Jahr 2021. Die CDU hatte damals überraschend deutlich gewonnen. Das Ergebnis wich erheblich von den vorherigen Umfragen ab, in denen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen CDU und AfD prognostiziert worden war. Die CDU kam bei der Wahl am Ende auf 37,1 Prozent, die AfD auf 20,8 Prozent.

In Sachsen-Anhalt wird am kommenden Sonntag ein neuer Landtag gewählt. In den Umfragen liegt die AfD mit Werten um die 40-Prozent-Marke deutlich vor der CDU, die auf etwa 23 Prozent kommt.

Schulze: „Wir freuen uns“

Quedlinburg ist die Geburtsstadt Schulzes. Der Spitzenkandidat betonte bei dem gemeinsamen Pressestatement als Erstes, dass er sich über den Besuch des Kanzlers freue. „Es war Wunsch der CDU hier vor Ort, genau diesen Termin so stattfinden zu lassen.“

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