
Ganz festgefahren ist das Gehirn aber nicht. Es arbeitet gern innerhalb vertrauter Grenzen, lässt sich jedoch bei klaren Einschnitten leichter umstimmen. Der Jahreswechsel oder ein Geburtstag können solche Anlässe sein, weil ohnehin etwas Neues beginnt.
Ein Vorsatz wie „Ab Januar kümmere ich mich besser um mein Geld“ ist deshalb mehr als eine gute Idee. Er ist ein erster Schritt. Und wenn Sie wissen, dass Sie solche Vorhaben allein schwer umsetzen, hilft ein fester Termin. Zum Beispiel bei einer Finanzberatung. So wird aus dem Vorsatz eher eine Handlung.
Zu ambitionierte Ziele bei der Geldanlage führen oft zum Scheitern, weil sie unrealistische Erwartungen und hohen Druck erzeugen. Wer sich zu viel vornimmt, etwa radikal seine Ausgaben zu senken oder sofort hohe Renditen zu erzielen, verliert leicht die Motivation, wenn schnelle Erfolge ausbleiben, vor allem dann, „wenn keine übergeordneten, langfristigen Ziele dahinterstehen“, sagt Happel.
Hinzu kommt, dass starke Veränderungen Gewohnheiten und Emotionen herausfordern und häufig zu Überforderung, Rückfällen oder dem vorschnellen Aufgeben neuer Vorsätze führen. Besser ist es, kleine, erreichbare Schritte zu planen, die langfristig Stabilität fördern. Sparpläne könnten unter anderem das Dranbleiben erleichtern, sagt Boris Konrad.
So entsteht ein Gefühl von Fortschritt und Kontrolle, das wiederum die Motivation stärkt. Auch regelmäßige Reflexion und Anpassung der Ziele helfen, auf Kurs zu bleiben. Erfolgreiches Finanzverhalten wächst aus Kontinuität, nicht aus Perfektion.
Wer aus Angst vor Fehlern gar nicht erst investiert, verpasst langfristig die Chance auf Rendite und Vermögensaufbau. Diese Fehler, die vor allem von Verlustangst geprägt sind, führen oft zu einem Verhalten, bei dem kurzfristige Sicherheit über langfristigen Erfolg gestellt wird. Aus psychologischer Sicht wiegt der Schmerz über Verluste stärker als die Freude über Gewinne. Dieser Effekt bringt Menschen dazu, Chancen zu meiden.