Feuerwehr Diesdorf quittiert Dienst – nach Streit um Einsatzfahrzeug

Lange Erklärung auf Facebook

Nach Streit mit Gemeinde: Feuerwehr quittiert Dienst

Aktualisiert am 17.01.2026 – 09:24 UhrLesedauer: 2 Min.

Mehrere Feuerwehrfahrzeuge (Symbolbild): Nach einem Streit um ein Dienstfahrzeug quittiert die Freiwilliige Feuerwher Diesdorf geschlossen den Dienst. (Quelle: Imago/Wolfgang Maria Weber)

Schon im Frühling des vergangenen Jahres beschloss die Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf das Aus eines Feuerwehrfahrzeugs. Kurz vor dem Jahreswechsel kam es dann zu einem drastischen Schritt.

In der in Sachsen-Anhalt gelegenen Gemeinde Diesdorf hat die 33 Mann starke Freiwillige Feuerwehr im Dezember geschlossen den Dienst quittiert. Der Grund dafür ist der Streit um ein Einsatzfahrzeug. Nach einem Beschluss der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf wurde es zum 30. November 2025 aus dem Dienst genommen – ohne, dass ein Ersatzfahrzeug angeschafft werden sollte.

Der Streitgegenstand ist das Einsatzfahrzeug „Diesdorf 52“, ein für den Einsatz als Feuerwehrauto modifizierter Mercedes Unimog. In einem mehrere Seiten umfassenden Statement, das auf Facebook gepostet wurde, erklärt die Freiwillige Feuerwehr, wieso das 39 Jahre alte Fahrzeug noch immer voll einsatzfähig ist – und auch dringend gebraucht wird.

Mit dem Verlust des Fahrzeuges würde der Dienststelle die „notwendige Technik“ für unterschiedlichste Feuerwehraufgaben verloren gehen. Es wäre nicht mehr sicherzustellen, dass auf schwere Verkehrsunfälle, schwere Sturmlagen oder Gebäudeeinstürze adäquat reagiert werden könne.

Neben der Freiwilligen Feuerwehr Diesdorf gibt es in Beetzendorf-Diesdorf laut Gemeinde-Website 36 weitere Ortsfeuerwehren. Das Aus der „Diesdorf 52“ wurde schon im Frühjahr im Rahmen einer neuen Fahrzeugverteilung der Verbandsgemeinde beschlossen.

Durch den ersatzlosen Wegfall der „Diesdorf 52“ rechnet die Feuerwehr mit langen Wartezeiten. Es heißt in dem Statement: „Für uns als Feuerwehrleute ist das eine der schwierigsten Situationen überhaupt: Wir sind vor Ort, sehen verletzte Menschen, hören ihre Hilferufe – und können nicht sofort handeln, weil uns die Ausrüstung fehlt.“ Diese Sorge habe die Feuerwehrleute schließlich auch zu ihrem Schritt bewogen: „Wir haben unseren Dienst niedergelegt, weil wir für eure Sicherheit kämpfen und einstehen.“

Diesdorfs Bürgermeister Daniel Rieck sieht in dem Streit vor allem verhärtete Fronten. Der „Bild“-Zeitung erklärt er: „Auch wenn der Schritt der Diesdorfer Kameraden aus meiner Sicht nachvollziehbar ist, so ist er doch sehr schwer rückgängig zu machen.“

Dabei habe es Kompromissvorschläge gegeben: Die Gemeinde habe sich bereit erklärt, alle Kosten, die im Zusammenhang mit der „Diesdorf 52“ entstünden, zu übernehmen. Trotzdem habe sich an dem Entschluss der Verbandsgemeinde nichts geändert. Aus Riecks Sicht wolle sich keine der beiden Parteien zurückziehen – um keinen Gesichtsverlust zu riskieren.

Aktie.
Die mobile Version verlassen