Machtwort aus Peking

China entzieht acht Automarken die Lizenz


21.06.2026 – 16:31 UhrLesedauer: 2 Min.

Die Quittung aus Peking: Viele Fabriken standen ohnehin schon jahrelang still. Nun löscht das Industrieministerium acht Marken aus seinem Register. (Quelle: IMAGO/JPix)

China streicht schwächelnde Fahrzeughersteller aus dem Register. Für die betroffenen Unternehmen bedeutet dieser Schritt den endgültigen Marktaustritt.

Das chinesische Ministerium für Industrie und Informationstechnologie hat acht Fahrzeughersteller aus seinem offiziellen Register gestrichen. Betroffen sind FAW Xiali, Brilliance Auto, Zotye Auto, Leopaard, Lifan, Hawtai, BAIC Yinxiang und Haima. Damit verlieren die Unternehmen die rechtliche Grundlage für eine eigenständige Fahrzeugfertigung.

Die Entscheidung besiegelt eine Entwicklung, die sich in den Fabriken längst vollzogen hat: Viele der betroffenen Marken haben ihre Produktion bereits stark eingeschränkt oder sogar vollständig eingestellt. Nun aber entfällt auch formal jede Möglichkeit zur eigenständigen Fertigung. Eine Rückkehr als Autobauer wird für die Unternehmen deutlich schwerer, wenngleich Markenrechte, Immobilien oder das Zuliefergeschäft weiter bestehen können.

Vom Volks-Taxi zur Porsche-Kopie

Einige der gestrichenen Namen spiegeln prägende Epochen der chinesischen Autogeschichte wider. Die Marke FAW Xiali baute preiswerte Kleinwagen, dominierte jahrzehntelang das Taxigeschäft Chinas und machte ein eigenes Auto für breite Bevölkerungsschichten erschwinglich. In den 1990er- und frühen 2000er-Jahren zählte der Xiali zu den meistverkauften Fahrzeugen des Landes.

Brilliance Auto wurde im Ausland vor allem durch das Gemeinschaftsunternehmen mit BMW bekannt. Unter den Eigenmarken Zhonghua und Jinbei fertigte das Unternehmen Limousinen, Transporter und Kleinbusse für Behörden und Gewerbetreibende. Der Hersteller Zotye wiederum baute vorwiegend umstrittene Design-Kopien. Das SUV SR9 etwa erregte weltweite Aufmerksamkeit, da es dem Porsche Macan optisch nahezu identisch war.

Das Aus für den Doppelgänger: Zotye baute ein SUV, das dem Porsche Macan deutlich glich. Jetzt verlor der Kopierer die Lizenz.

Die weiteren betroffenen Hersteller im Überblick

  • Leopaard belieferte Behörden mit robusten Geländewagen und SUVs auf Basis militärischer Technik.
  • Lifan stieg vom Motorradproduzenten zum Autobauer auf und verkaufte das SUV X60 erfolgreich im Export.
  • BAIC Yinxiang, Haima und Hawtai setzten auf Kompaktwagen, rasant wachsende SUV-Serien oder frühe Lizenzbauten von Hyundai-Modellen.

Verschärfte Regeln treiben den Wandel

Während Branchenriesen wie BYD, Geely, Changan oder SAIC massiv in Elektroantriebe, Batterietechnik und Software investierten, fehlten kleineren Anbietern die eigenen Plattformen und das nötige Geld, um mitzuhalten. Strengere Emissionsvorgaben und Pflichten für Fahrassistenzsysteme erhöhten den Druck zusätzlich. Vor diesem Hintergrund erwarten Branchenbeobachter eine fortschreitende Konsolidierung der chinesischen Automobilbranche sowie weitere Zusammenschlüsse und Werkschließungen.

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