Nagelsmann-Abfindung nicht eingerechnet

WM-Debakel beschert DFB ein Millionen-Loch

13.07.2026 – 10:19 UhrLesedauer: 2 Min.

Enttäuscht nach dem Ausscheiden: Ex-Bundestrainer Julian Nagelsmann (l.) und Jonathan Tah. (Quelle: IMAGO/Moritz Mueller/imago)

Die sportlich enttäuschend verlaufene WM hat für den DFB auch finanzielle Folgen. Der Schatzmeister des Verbandes bezifferte nun den Fehlbetrag. Und der ist beträchtlich.

Das frühe WM-Aus hat den DFB nicht nur sportlich hart getroffen, sondern auch ein Millionenloch in die Kasse gerissen. Nach dem Scheitern im Sechzehntelfinale rechnet der Verband mit einem Defizit von 9,4 Millionen Euro – die Kosten für den Trainerwechsel sind dabei noch nicht einmal berücksichtigt.

DFB-Schatzmeister Stephan Grunwald hatte den Turnierhaushalt vorsorglich auf ein Ausscheiden im Sechzehntelfinale ausgelegt. Das sei keine Einschätzung der sportlichen Stärke gewesen, sondern eine bewusste Vorsichtsmaßnahme. „Aufgrund der Erfahrung mit dem damals bestehenden strukturellen Defizit bis 2023 haben wir den Turnierhaushalt konservativ geplant“, sagte Grunwald dem „Kicker“. „Ich habe die Aufgabe, so zu planen, dass auch im schlechten Falle niemand in Panik ausbrechen muss.“

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Nach der Niederlage im Elfmeterschießen gegen Paraguay ist dieser Fall nun eingetreten. „Das Defizit liegt bei geplanten 9,4 Millionen Euro, wobei wir das Ist-Ergebnis aus Abrechnungsgründen final erst im Herbst benennen können“, sagte Grunwald.

Noch deutlich teurer könnte das WM-Debakel durch die personellen Konsequenzen werden. Nach Angaben des DFB-Funktionärs sind die Kosten für die Trennung von Julian Nagelsmann und dessen Trainerteam in der aktuellen Rechnung noch nicht enthalten. „In dieser Rechnung sind Sondereffekte nicht inkludiert, also Abfindungen für unsere bisherigen Trainer oder mögliche Ablösen für neue.“

Immerhin Prämien für die Spieler spart sich der DFB

Allein die Zahlungen an das bisherige Trainerteam sollen sich auf rund 6,8 Millionen Euro belaufen. Hinzu kommen das Gehalt für den designierten neuen Bundestrainer Jürgen Klopp, dessen Trainerstab sowie mögliche Ablösezahlungen.

Welche Auswirkungen die zusätzlichen Ausgaben auf den Gesamthaushalt haben werden, lässt sich laut Grunwald derzeit noch nicht beziffern. „Unsere Hochrechnung nach der Sommerpause wird zeigen, wie sich der Trainerwechsel auswirkt. Der Gesamthaushalt ist auf ein Break-Even ausgelegt, da wir im Verband die Möglichkeit haben, Projekte bei Bedarf herunterzufahren bzw. zu skalieren.“

Stephan Grunwald: Er ist Schatzmeister des DFB. (Quelle: IMAGO/Nico Herbertz / Herbertz)
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