Familie und Beruf vereinen: Weltreise mit Baby

Mit einem Baby um die Welt gereist

Sias erster Zahn kam in Kolumbien, der zweite im Südpazifik


Aktualisiert am 03.12.2016Lesedauer: 5 Min.

Diese Familie ist in der ganzen Welt zu Hause. Reisefotograf Michael Runkel, seine Frau Sam und das Baby Sia am Kap der Guten Hoffnung. (Quelle: Michael Runkel/runkel.photoshelter.com)

Michael Runkel ist Reisefotograf und es gibt kaum ein Land, das er noch nicht gesehen hat. Bis vor kurzem war er alleine unterwegs, dann kam seine Frau Sam dazu, und jetzt reisen sie zu dritt. Ihr Baby Sia durfte mit gerade einmal sieben Monaten eine Reise antreten, von der andere ihr Leben lang träumen.

Andere lernen sich im Büro oder beim Sport kennen. Michael und Sam trafen sich auf einem Eisbrecher in der Antarktis. Beide waren gerade auf Weltreise und beschlossen, die nächsten Stationen gemeinsam zu machen.

„Am Anfang habe ich mich noch gegen das Gefühl gewehrt“, schmunzelt Michael Runkel. „Samantha ist Sängerin, kommt aus Kalifornien – zu kompliziert, habe ich gedacht. Aber wenn man will, geht alles. Wir sind jetzt schon seit fünf Jahren zusammen und seit letztem Jahr haben wir ein Baby.“ Sia ist heute 14 Monate alt und sie hat schon Länder bereist und Völker besucht, von denen manch Erwachsener kaum etwas gehört hat. „Irgendwann auf unserer ersten Reise haben wir uns geschworen: Wenn wir je ein Kind haben sollten, dann machen wir mit ihm eine Weltreise.“

Amerika, Kolumbien, Japan, Südsee, Australien, Indonesien, Südafrika, Sardinien und Irland – das sind nur einige Stationen des „Familienausflugs“. 15 Länder hat die kleine Familie in fünf Monaten zusammen bereist, 29 Mal sind sie geflogen. Angst hatten die Eltern nie. Weder vor Strahlung, noch vor Terror. „Wer so lebt, der macht sich doch sein eigenes Leben kaputt. Es ist schon sehr typisch für uns Deutsche, sich über alles Gedanken zu machen, überall Gefahren zu wittern“, sagt Runkel.

Natürlich fahre man nicht absichtlich in ein Kriegsgebiet mit einem Kind. „Aber bei allem anderen muss man sich mal ganz nüchtern die Zahlen ansehen. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, zum Beispiel bei einem Terroranschlag ums Leben zu kommen und wie hoch, bei einem Haushalts- oder Autounfall zu sterben? Wir hatten auf der ganzen Reise nicht einmal das Gefühl, dass eine Situation in irgendeiner Weise brenzlig sein könnte.“

Selbstverständlich müsse man, wenn man mit so einem kleinen Kind unterwegs ist, schon das eine oder andere bedenken. Zum Beispiel, dass für einen Notfall medizinische Versorgung in Reichweite ist.

„Natürlich planst du auch anders. Wenn du nach Namibia im Sommer fährst, dann gibt es da Malaria, ganz klar. Fährst du aber zu anderen Zeiten, hat es nachts um die null Grad und die Gefahr ist gebannt. Das Gleiche gilt für die Südsee. Hier wählt man eben die Trockenzeit. Sia hatte in den ganzen fünf Monaten keinen einzigen Moskitostich.“ Das Baby brauchte auch keine zusätzlichen, über das Übliche hinausgehenden Impfungen.

Die Planung einer solchen Reise ist das A und O. Für Runkel kein Problem, gehört er doch zu den meistgereisten Menschen der Welt. Von den fast 200 Ländern, die es gibt, hat er bereits mehr als 180 besucht. Drei, vier Monate im Jahr ist er als Reisefotograf unterwegs. „Und das war auf dieser speziellen Reise auch das einzige Problem für mich“, sagt er. „Dass ich nicht so fotografieren konnte, wie ich wollte.“

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