Stiftung Warentest hat nachgerechnet

Bei diesen Autos droht die Versicherungs-Kostenfalle


21.10.2026 – 13:28 UhrLesedauer: 2 Min.

BYD Seal U: Berechnungen zeigen deutliche Preisunterschiede bei der Vollkasko-Versicherung

Chinesische E-Autos locken oft mit attraktiven Preisen. Bei der Versicherung kann dieser Vorteil aber schnell schrumpfen.

Wer ein neues Auto kauft, sollte nicht nur auf den Kaufpreis schauen. Gerade bei teuren Fahrzeugen kann eine Vollkaskoversicherung sinnvoll sein: Sie übernimmt auch Schäden am eigenen Auto – etwa nach einem selbst verschuldeten Unfall, bei Vandalismus oder nach einem Totalschaden. Bei Elektroautos kommt noch ein weiterer Punkt hinzu: Der Akku ist teuer, Reparaturen können schnell hohe Summen erreichen.

Doch wie hoch der Beitrag ausfällt, hängt nicht nur vom Fahrer, vom Wohnort oder von der Schadenfreiheitsklasse ab. Auch das Auto selbst spielt eine große Rolle. Eine Auswertung von Stiftung Warentest zeigt, dass manche chinesischen Elektroautos in der Vollkasko deutlich teurer sein können als vergleichbare europäische Modelle. Zuerst hatte das Fachportal „procontra“ über die Untersuchung berichtet.

Stiftung Warentest hat für die Ausgabe 11/2026 von „Finanzen“ Vollkaskotarife für verschiedene Elektroautos verglichen. Grundlage war eine Familie mit Schadenfreiheitsklasse 20. Das Ergebnis: Für einen BYD Seal U lagen die Beiträge je nach Versicherer zwischen rund 900 und 2.900 Euro pro Jahr. Bei einem vergleichbaren europäischen Modell, dem Skoda Enyaq, reichte die Spanne dagegen nur von etwa 530 bis 1.120 Euro.

Schon beim günstigsten Angebot liegt der BYD Seal U rund 370 Euro über dem Skoda Enyaq. Am oberen Ende der Tarife fällt die Lücke noch deutlicher aus – dort beträgt sie knapp 1.800 Euro pro Jahr. Ein niedrigerer Kaufpreis kann sich dadurch im Alltag zumindest teilweise wieder relativieren.

Warum die Versicherung teurer sein kann

Ein Grund liegt nach Angaben von Stiftung Warentest bei den Ersatzteilen. Müssen nach einem Unfall Bauteile für chinesische Modelle aus Asien importiert werden, kann das Reparaturen verteuern. Für Versicherer steigt damit das Kostenrisiko – und das kann sich im Beitrag niederschlagen. Allerdings optimieren immer mehr chinesische Hersteller ihre Lieferketten und halten Ersatzteile in Europa auf Lager – dieser Faktor kann sich also künftig noch verändern.

Hinzu kommt: Viele chinesische E-Autos sind auf dem deutschen Markt noch vergleichsweise neu. Deshalb liegen den Versicherern zum Teil noch weniger Schadendaten vor als bei Modellen, die seit Jahren in großer Zahl unterwegs sind. Solange diese Erfahrungswerte fehlen, werden solche Fahrzeuge häufig vorsichtiger kalkuliert. Das kann zu höheren Typklassen führen – und damit zu höheren Versicherungsbeiträgen.

Vollkasko: Worauf E-Auto-Käufer achten sollten

Stiftung Warentest empfiehlt, den genauen Leistungsumfang genau zu prüfen. Ein zentraler Punkt ist die Neupreisentschädigung. Sie sollte mindestens 24 Monate gelten. Dann wird nach einem Diebstahl oder einem selbst verschuldeten Totalschaden nicht nur der Zeitwert ersetzt, sondern der ursprüngliche Kaufpreis.

Auch der Akku sollte im Vertrag ausdrücklich berücksichtigt sein. Stiftung Warentest empfiehlt, dass er mindestens 24 Monate ab Kauf mit seinem Neuwert abgesichert ist. Schäden durch Tierbisse oder Kurzschluss sollten mit mindestens 20.000 Euro abgedeckt sein.

Zusätzlich kann eine sogenannte Allgefahrendeckung sinnvoll sein. Sie kann etwa Schäden erfassen, die durch eine versehentliche Tiefenentladung des Akkus entstehen. Auch ein Autoschutzbrief kann für E-Auto-Fahrer interessant sein – etwa dann, wenn das Fahrzeug wegen eines leeren Akkus zur nächsten Lademöglichkeit abgeschleppt werden muss.

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