
Witterung in Hamburg
Radfahren trotz Schneechaos? Experte kritisiert Senat scharf
06.01.2026 – 12:27 UhrLesedauer: 2 Min.
Das Schneechaos ist laut einem Experten kein Hindernis für Radfahrende – vielmehr ist es das „Scheitern“ des Senats, die Radwege ordentlich freizuräumen.
Dennoch rät Dirk Lau, Sprecher des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC), nicht vom Radfahren ab. Das Problem sei nicht die Witterung selbst – sondern die Art, wie der Senat und die Stadtreinigung damit umgehe. Auf Anfrage der t-online-Redaktion Hamburg erklärt Lau, was falsch läuft in der Stadt – und was passieren müsste.
„Es gibt keine für Radfahrende gefährliche Witterung“, stellt Lau klar. Wenn nicht gerade ein Orkan durch die Hansestadt fegt oder Blitzeis oder Überflutungen drohen, stehe dem Fahrradfahren nichts im Wege. Er selbst ist weiterhin auf seinem Zweirad unterwegs – derzeit jedoch meist auf den Fahrbahnen, die eigentlich für Autos vorgesehen sind. Der Grund: Viele Radwege in Hamburg seien nicht geräumt.
„Der Senat und die Stadtreinigung Hamburg (SRH) sind ganz offensichtlich überfordert damit, für sichere und geräumte Rad- und Gehwege zu sorgen“, so Lau. Menschen aus allen Bezirken hätten bereits beim ADFC über das Problem geklagt. Eigentlich hat der Senat die Pflicht, für Verkehrssicherheit und entsprechende Wege zu sorgen – doch genau dies passiere derzeit nicht.
Lau wirft der Stadt vor, kein funktionierendes Konzept für den Umgang mit Schnee und Eis zu haben und spricht von „Scheitern“. Selbst wenn Radwege freigeräumt werden, blieben die unter dem Schnee liegenden Eisschichten oft unbeachtet – und seien somit weiterhin unbefahrbar.
Deswegen müssten Radfahrende auf die überwiegend besser geräumten Fahrbahnen ausweichen. Das sei jedoch wegen des „immer noch viel zu aggressiven Autoverkehrs in Hamburg keine gute Idee für Kinder oder ungeübte Radfahrende“, so Lau. Was es nach ihm bräuchte: Eine klare Ansage des Senats, dass Autofahrer Rücksicht auf Radfahrer nehmen müssen.
Mehr Abstand einhalten, die Geschwindigkeit anpassen. „Ziel muss es sein, dass alle Menschen sicher und ohne Schaden für die Gesundheit an ihr jeweiliges Ziel gelangen – auch bei Eis und Schneefall.“ Er fordert, dass Rad- und Gehwege vorrangig freigeräumt werden.