Fährunglück
Mindestens acht Tote vor Zypern – Kapitän und Crew festgenommen
Aktualisiert am 30.08.2026 – 19:18 UhrLesedauer: 2 Min.
Bei einem Fährunglück vor Nordzypern sind mindestens acht Menschen ums Leben gekommen, 17 werden noch vermisst. Der Kapitän und weitere Crewmitglieder wurden festgenommen.
Eine Fähre mit vielen Passagieren ist vor Nordzypern in Seenot geraten. Nordyzpern Regierungschef Ünal Üstel erklärte nach Angaben der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu: „Es gibt Tote.“ Demnach sind mindestens acht Menschen ums Leben gekommen, 17 werden noch vermisst. Die Küstenwache und Rettungsteams seien im Einsatz, sagte der nordzyprische Verkehrsminister Erhan Arıklı.
Der Kapitän und sieben weitere Besatzungsmitglieder wurden nach dem Unglück festgenommen. Die Ursache werde umfassend untersucht, erklärte Üstel. „Jeder Aspekt dieses Vorfalls wird untersucht werden. Selbst die geringste Fahrlässigkeit wird aufgedeckt werden. Wer auch immer sich als schuldig oder verantwortlich erweist, wird nicht ungeschoren davonkommen.“
Insgesamt befanden sich seinen Angaben zufolge zum Zeitpunkt des Unglücks 267 Personen auf der Fähre, darunter 259 Passagiere und acht Besatzungsmitglieder.
Im Video | Fähre vor Zypern kentert
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Kurz nach dem Auslaufen aus der Hafenstadt Kyrenia (türkisch: Girne) drang demnach Wasser in die Fähre ein, woraufhin ein Notruf abgesetzt wurde. Auf Bildern des Senders CNN Türk war zu sehen, wie Menschen in Rettungswesten darauf warten, in Sicherheit gebracht zu werden.
In einem von mehreren türkisch-zyprischen Medien verbreiteten Video erheben Überlebende schwere Vorwürfe gegen die Besatzung. Sie hätten einen Mitarbeiter aufgefordert, zum Hafen zurückzukehren. Ihre Warnung sei jedoch ignoriert worden. Das Video stammt nach Angaben der Medien von Gadara Medya. Die Aussagen ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.
Schiff kentert vor der Küste Zyperns
Kyrenias Bürgermeister, Murat Senkul, bezeichnete die Lage als „ernst“. Auch auf Videos in den sozialen Medien ist zu sehen, wie Menschen sich auf den umgekippten Rumpf der Fähre gerettet haben. Das Schiff kenterte laut türkischen Medien etwa vier Seemeilen (7,4 Kilometer) vor der Küste der Stadt Girne im von der Türkei besetzten Norden der Insel. Manche Medien sprechen jedoch von zwei Kilometern.
Seenot vor Zypern: Fähre war auf dem Weg nach Mersin
Die Fähre war Behördenangaben zufolge auf dem Weg in das südtürkische Mersin. Die See war Medienberichten zufolge stürmisch. 242 Menschen seien inzwischen in Sicherheit gebracht worden. Die Rettungskräfte suchten weiter nach 17 Vermissten.
Die Fähre ist inzwischen vollständig gesunken. Nach Angaben von Verkehrsminister Arıklı liegt sie in 514 Metern Tiefe auf dem Meeresgrund.
