Extrem-Frost und viel Schnee –warum ist dieser Winter so kalt?

Vom Wetter zum Klimawandel

Warum ist der Winter in diesem Jahr so kalt und schneereich?


Aktualisiert am 17.02.2026 – 21:12 UhrLesedauer: 3 Min.

Heide im Frost: Der Winter 2026 ist besonders kalt mit viel Schnee (Archivbild). (Quelle: IMAGO/imageBROKER/Öhrs Ding/imago)

Strenger Frost und viel Schnee: Norddeutschland erlebt einen Bilderbuch-Winter. Die Gründe dafür sollten Sorgen bereiten.

Der Winter hat es in dieser Saison in sich: klirrend-kalte Nächte, satter Schneefall und tagelanger Dauerfrost. Die kurzen Unterbrechungen im Plus-Bereich der Temperaturen hielten nur kurz an.

Grund für die lang anhaltenden Tiefsttemperaturen sind arktische oder auch sibirische Kaltluftmassen, die aus dem Norden und Nordosten nach Mitteleuropa transportiert werden. Tiefdruckgebiete über der Nordsee lenken kalte Luft in Richtung Deutschland, der Zwischenhochdruckeinfluss sorgt in den Nächten für frostige Temperaturen.

Eine weitere Erklärung für sehr kalte Wintertemperaturen im Norden: Der Jetstream, ein starkes Höhenwindband, trennt kalte Polarluft von milderer Luft weiter südlich.
Wenn er stark mäandriert, also Wellen bildet, kann kalte Luft weit nach Süden ausbrechen.

Für Bremen bedeutet das: Der Januar war kälter als durchschnittlich. Die Gebietsmitteltemperatur betrug 0,4 Grad und lag unter dem langjährigen Mittel (0,9 Grad). In der ersten Monatshälfte trat teils strenger Frost auf, mit einem Tiefstwert von minus 13,5 Grad. Sturmtief Elli sorgte darüber hinaus für ordentlich Schnee, die durchschnittliche Anzahl von Schneetagen (fünf Tage im Januar) wird wahrscheinlich deutlich übertroffen.

Kurze, harte Temperatureinbrüche oder auch gelegentlicher Schnee sind auch im Norden nicht unüblich. Das anhaltende Frost-Wetter im Winter 2025/2026 ist kein reines Wetterphänomen. Im Zuge des Klimawandels gebe es auch solche Dauer-Wetterlagen häufiger, sagt DWD-Meteorologe Andreas Walter der Deutschen Presseagentur. Diese langen Wetterlagen seien auch für anhaltende Hitze oder hochergiebige Regenzeiten denkbar. „Wenn man das weiterdenkt, wenn Regen und auch Hitzeereignisse länger über einer Region verharren, dann wird auch die Wahrscheinlichkeit höher, dass diese Ereignisse immer extremer werden – durch Rückkopplungsmechanismen“, erklärt Kai Kornhuber im „MDR“.

Für den aktuellen Winter ist das zu beobachten. So lag im vergangenen Jahrhundert in Deutschland an etwa 40 Tagen pro Jahr Schnee – von Flensburg bis zum Alpenrand betrachtet. Ab den 1990er-Jahren haben Meteorologen einen deutlichen Rückgang der Tage mit Schnee beobachtet. Zwischen 2011 und 2025 schneite es nur noch halb so oft wie früher.

Die jährlichen Schwankungen sind sehr groß. In den Jahren 1940, 1963, 1970 und 2010 wurden mehr als 80 Schneetage verzeichnet. Den Negativrekord hält das Jahr 2020, als im deutschen Durchschnitt nur an sieben Tagen Schnee lag. Diese Variabilität lässt den Norden auch in Zukunft gelegentlich schneereiche Winter erwarten – ähnlich wie zuletzt 2010.

Allerdings: Viel Schnee heißt nicht viel Feuchtigkeit. „Mit rund 45 l/m² blieb der Niederschlag deutlich unter dem klimatologischen Mittel von 59 l/m²“, so die Experten des DWD. „Die Sonnenscheindauer erreichte rund 49 Stunden und lag damit etwa 25 Prozent über dem langjährigen Mittel von 39 Stunden.“ Das heißt: Für die Jahreszeit ist es zu trocken. Das könnte für Bauern und Gärtner in den Sommermonaten zum Problem werden.

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