
Kritik an E-Auto-Prämie
„Damit werden faktisch Verbrenner subventioniert“
19.01.2026 – 21:52 UhrLesedauer: 3 Min.
Die Schwarz-Rote-Koalition unterstützt beim Kauf von elektrischen Autos. Viele Hersteller freuen sich, die Opposition findet harte Worte dagegen.
Die neue E-Auto-Prämie der Bundesregierung hat gemischte Reaktionen hervorgerufen. Während die Industrie das Programm lobt, äußern Umweltverbände und Experten Kritik an der Förderung. t-online gibt einen Überblick.
Aus Sicht der Autoindustrie schafft das Programm vor allem Verlässlichkeit. VDA‑Präsidentin Hildegard Müller sagte, das Förderprogramm schaffe „die benötigte Planungssicherheit für die Verbraucher sowie die deutsche Automobilindustrie“. Entscheidend bleibe aber die Verbesserung der Rahmenbedingungen, insbesondere beim Ausbau der Ladeinfrastruktur und bei den Strompreisen.
Positiv bewertete Müller auch die Ausgestaltung der Kriterien. Der rückwirkende Start, die Einbeziehung von Plug‑in‑Hybriden und der Verzicht auf feste Preisschwellen seien geeignet, den Hochlauf der Elektromobilität zu unterstützen.
Auch einzelne Hersteller äußerten sich zustimmend. Opel‑Chef und Stellantis‑Deutschlandchef Florian Huettl sagte t‑online, er begrüße den Beschluss der Regierungskoalition ausdrücklich. Kaufanreize für Menschen mit kleineren und mittleren Einkommen könnten die Verkaufszahlen steigern. Opel biete bereits alle Modelle auch als vollelektrische Variante an.
Der Volkswagen‑Konzern erklärte t‑online, die neue Förderung stärke den Automobilstandort Deutschland und sei ein klares Bekenntnis zur E‑Mobilität. Die Prämie richte sich gezielt an Familien und Personengruppen, die bislang nicht umgestiegen seien. Mit dem ID. Polo bringe VW zudem in diesem Jahr ein Einstiegsmodell auf den Markt.
Auch andere Hersteller verweisen auf positive Effekte. Kia Deutschland teilte t‑online mit, das Programm könne den Markt beleben und den Anteil vollelektrischer Fahrzeuge erhöhen. Mercedes‑Benz erklärte gegenüber t‑online, politische Anreize könnten den Hochlauf der Elektromobilität kurzfristig unterstützen. Langfristig brauche es aber ein attraktives Gesamtpaket aus Infrastruktur, Strompreisen und weiteren Nutzervorteilen. „Elektrisch fahren muss attraktiver sein als Tanken an der Tankstelle“, so ein Mercedes-Sprecher.
Lob kommt von auch Gewerkschaftsseite. Die IG Metall begrüßt die soziale Staffelung der Prämie. Es sei richtig, dass Menschen mit niedrigeren Einkommen stärker unterstützt würden. Gleichzeitig fordert die Gewerkschaft, die Förderung mittelfristig auch auf Gebrauchtwagen auszuweiten und stärker an europäische Produktionsketten zu binden. „Hersteller, die anderswo teils zu schlechten Arbeits- und Umweltstandards fertigen, sollten nicht von deutschen Steuergeldern profitieren“, so die Gewerkschaft.