Wetterprognosen sehen ständiges Hin und Her im Sommer

Der Klimatologen Karsten Brandt rechnet mit einem „sehr turbulenten Sommer“. Wie er ausführt, sind die vergangenen Wochen ein erster Vorgeschmack auf die kommende Zeit: Der Sommer werde vermutlich von einem ständigen Hin und Her geprägt werden. Er rechnet mit einem Wechsel von Regen, Gewitter und Hitzetagen.

Auch Dominik Jung rechnet mit verschiedenen extremen Wetterlagen. Im Norden und Nordosten erwartet er Trockenheit – ganz anders sehe es im Süden und Westen des Landes aus. Wegen „gewittriger Lagen“ sei sogar möglich, dass es hier im Juni, Juli und August überdurchschnittlich viel regne.

Trotzdem rechnet er nicht damit, dass der Sommer ähnlich verregnet ausfällt wie in den Jahren 2023 und 2024. Jung erklärt: „Wahrscheinlicher ist ein dynamischer Wechsel aus hochsommerlichen Phasen und kräftigen Gewitterlagen.“

„Quasistationäre Gewittertiefs“ könnten Sommer 2026 prägen

Laut Florian Engelmann prognostizieren aktuelle Berechnungen für den Sommer eine Niederschlagsmenge im Normalbereich – auf die drei Monate im Ganzen gesehen. Extremer Niederschlag an einzelnen Tagen oder in einzelnen Wochen sei trotzdem möglich.

Jung hält Gewitter und Starkregen im kommenden Sommer für wahrscheinlich. Heiße und energiegeladene Luftmassen träfen über Europa auf einsickernde Atlantikluft. So könne es zu „quasistationären Gewittertiefs“ kommen – „also Schauer- und Gewitterkomplexen, die mehrere Stunden über derselben Region verharren“.

Temperaturen nahe der 40-Grad-Marke möglich

Der Meteorologe erinnert sich: „Genau diese Lage führte 2021 zur Ahrtal-Katastrophe.“ Lokal könne es in wenigen Stunden 120 Liter pro Quadratmeter regnen. Im Juni und Juli sei zudem mit Hagel und Sturmböen zu rechnen.

Flutkatastrophe im Ahrtal 2021 (Archivbild): Die Region wurde von“quasistationären Gewittertiefs“ getroffen. (Quelle: Christoph Hardt/imago-images-bilder)

Vor allem im Juli und August seien zudem Hitzewellen mit Werten von mehr als 35 Grad realistisch. Im Westen und Südwesten von Deutschland sind laut Jung sogar „Spitzen um 37 bis 38 Grad“ möglich.

Das könne verschiedene Folgen nach sich ziehen: Die Hitze bedeute etwa eine gesteigerte gesundheitliche Belastung – an den besonders extremen Tagen rechnet Jung mit „messbarer Übersterblichkeit“. Insbesondere in Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg rechnet Jung zudem mit erhöhter Waldbrandgefahr.

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