Experte Dudenhöffer fürchtet Nachteile für Kunden

Neue Förderprämie

Autoexperte befürchtet Nachteile für E-Auto-Käufer


19.01.2026 – 10:39 UhrLesedauer: 3 Min.

E-Auto an der Ladestation: Künftig wird es wieder eine Förderung geben. (Quelle: IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON/imago)

Elektroautos gewinnen am Markt zunehmend an Bedeutung. Experte Ferdinand Dudenhöffer warnt: Staatliche Prämien könnten kontraproduktiv wirken.

„Ökonomisch macht eine Förderprämie keinen Sinn und beansprucht nur unnötigerweise den Staatshaushalt“, so das Zwischenfazit.

Eine Auswertung der Transaktionspreise – also der Preise, die Käufer real nach Abzug aller Rabatte zahlen – zeigt laut Dudenhöffers Institut einen klaren Trend: Der Preisabstand zwischen Elektro- und Verbrennerfahrzeugen ist in den vergangenen zwei Jahren massiv geschrumpft. Lag er 2024 noch bei durchschnittlich 7.321 Euro, betrug er im Dezember 2025 nur noch 1.340 Euro.

Die Preisunterschiede zwischen E-Autos und klassischen Antrieben verschwinden demnach Stück für Stück – vor allem durch Rabatte, neue Modelle und den Markteintritt internationaler Anbieter. „Und dieser Prozess geht mit chinesischen Anbietern, die sich erst langsam im Markt entwickeln, und neuen Elektroautos, wie etwa dem VW ID. Polo, der im Jahr 2026 auf den Markt kommt, weiter.“

Auch bei den Marktanteilen zeigt sich Bewegung. So stieg der Anteil von Elektroautos an den Neuzulassungen laut den monatlichen Erhebungen des Instituts von 13,5 Prozent im Jahr 2024 auf 22,2 Prozent im Dezember 2025. Die Entwicklung sei also bereits im Gange – eine zusätzliche Förderung aus Steuermitteln erscheine daher überflüssig.

Ein weiterer Aspekt: Die aktuellen Preisnachlässe auf Elektroautos sind laut Dudenhöffer bereits hoch. „Im Dezember hatten wir sehr hohe Rabatte von 19,3 Prozent im Mittel.“ Mit dem Wiedereinstieg des Staates befürchtet der Autoexperte, dass sich daran etwas ändern könnte – zum Nachteil der Kunden.

„Die Prämie erlaubt, die Rabatte zu kürzen, sprich: Die Prämie motiviert zu Mitnahme-Effekten.“ Mit anderen Worten: Die Hersteller könnten den staatlichen Zuschuss nutzen, um eigene Nachlässe zurückzufahren – und die Preise dadurch auf hohem Niveau stabilisieren.

Die Wirkung der Prämie sei daher begrenzt: „Zusammengefasst: Die Prämie wirkt wenig. Mitnahme-Effekte und ein kleines Strohfeuer sind zu erwarten.“

Auch andere Beobachter sehen offene Fragen: Der ADAC befürwortet die Prämie zwar, fordert aber ein vereinfachtes, zweistufiges Antragsverfahren für die Prämie, um Käufern mehr Planungssicherheit zu geben. Der Verband der Automobilhändler (VAD) kritisiert die Förderung als Strohfeuer und hält sie für ungeeignet, die Nachfrage nachhaltig zu stärken. Statt Prämien fordert der Verband gezielte Investitionen in die Ladeinfrastruktur und günstigere Stromtarife für E-Autofahrer. Der Verkehrsclub VCD fordert, dass auch gebrauchte Fahrzeuge gefördert werden und kritisiert, das auch Plug-in-Hybride gefördert werden – sie seien eine Mogelpackung und stoßen im Alltag deutlich mehr CO2 aus als angegeben.

Aktie.
Die mobile Version verlassen