Er soll Spendengelder einbehalten haben

Ex-Zweitligaprofi wegen Betrugs angeklagt

01.04.2026 – 19:43 UhrLesedauer: 1 Min.

Marc Lorenz stand von 2022 bis 2025 bei Preußen Münster unter Vertrag. (Quelle: IMAGO/Marco Steinbrenner/DeFodi Images/imago)

Der langjährige Zweitligaprofi Marc Lorenz sieht sich schweren Vorwürfen ausgesetzt. Er muss sich vor Gericht verantworten.

Die Staatsanwaltschaft Münster hat Anklage gegen den früheren Zweitligaprofi Marc Lorenz erhoben. Der 37-Jährige soll bei zehn Spendenaktionen zwischen 2022 und 2025 mehr als 54.000 Euro eingesammelt und für sich behalten haben. Lorenz bestreitet über seinen Verteidiger, eine Straftat begangen zu haben.

Die Behörde geht davon aus, dass Lorenz die Gelder von Anfang an nicht weiterzuleiten gedachte. Er soll seine lokale Bekanntheit als Fußballer genutzt haben, um Spenden einzusammeln. Erst als Unregelmäßigkeiten aufgedeckt wurden, habe er das Geld ausgezahlt – laut Staatsanwaltschaft möglicherweise nur aus Sorge um seinen Vertrag. Der gesamte Betrag sei inzwischen beglichen.

Lorenz hatte sich im vergangenen August in sozialen Medien geäußert, nachdem Preußen Münster ihn entlassen hatte. Er erklärte, die Gelder zu spät abgerechnet zu haben, den offenen Betrag zum Zeitpunkt der Kündigung aber bereits beglichen zu haben. Als Grund nannte er eine psychische Erkrankung. Er sei dadurch so belastet gewesen, dass er „völlig antriebslos war und notwendige Handlungen nicht rechtzeitig veranlassen konnte“. Er würde niemals absichtlich Spendengelder für den guten Zweck veruntreuen.

Anfang März einigten sich der Klub und Lorenz laut einer Mitteilung auf der Homepage von Preußen Münster in einem arbeitsrechtlichen Verfahren. Beide Parteien begrüßten die Einigung, ohne weitere Details zu nennen. Lorenz erklärte in seiner Stellungnahme: „Ich habe Fehler gemacht und Menschen enttäuscht, was ich zutiefst bereue.“ Eine dpa-Anfrage an seinen Anwalt blieb zunächst unbeantwortet. Bis zur Urteilsverkündung gilt die Unschuldsvermutung.

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