„Er ist ein Egozentriker“

Ex-Profi legt gegen Ronaldo nach – und wählt scharfe Worte

07.10.2026 – 13:06 UhrLesedauer: 3 Min.

Cristiano Ronaldo: Er verließ das Nationalteam. (Quelle: IMAGO/Lise Åserud)

Cristiano Ronaldo äußert sich erstmals ausführlich zu seiner Flucht. Nach harschen Worten in Richtung Trainer mischt sich nun ein ehemaliger Profi ein.

Der ehemalige portugiesische Nationalspieler António Simões hat sich in der Debatte um Cristiano Ronaldo zu Wort gemeldet – und wurde deutlich. Der Bronzemedaillengewinner der WM 1966 vermisst bei dem 41-jährigen Kapitän vor allem die Demut, die er von anderen Fußballgrößen kannte. „Ich habe mit dem König namens Eusébio gespielt, bin mit Pelé und Maradona zusammengekommen, und ich habe so etwas noch nie erlebt“, erklärte Simões am Rande einer Vorstellung in Lissabon.

„Ein Herr mit 41 Jahren spielt Fußball. Ist es nicht besser aufzuhören?“, fragte er und spielte auf den Wirbel um Ronaldo an. Der Superstar hatte die Nationalmannschaft in der vergangenen Woche verlassen, nachdem er beim 2:1 im Hinspiel in Norwegen nicht eingesetzt worden war. Ursprünglich sei ein Einsatz – genauso wie im dritten Spiel – nicht vorgesehen gewesen. Der Coach habe ihn aber vor der Partie gebeten, 30 Minuten zu spielen, wozu es nicht kam. So stellt es Ronaldo am Dienstagabend bei Instagram dar.

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Simões blickte jedoch skeptisch auf Ronaldos Rolle im Team: „Ich habe Zweifel, ob er ein Mehrwert ist. Das impliziert viel mehr als nur nützlich zu sein“, setzte er an und erklärte: „Mit 41 Jahren muss er verstehen, dass er in einem bestimmten Moment des Spiels nützlich sein kann – durch die Einschüchterung, die sein großer Name mit sich bringt.“ Aber das müsse der Nationaltrainer „zu handhaben wissen“ – nicht Ronaldo selbst.

„Manchmal hat man das Gefühl, dass er ein Egozentriker ist, der nur an sich denkt“, machte Simões nun deutlich. Er habe 2010 bei der Weltmeisterschaft in Südafrika mit ihm gesprochen und „schon damals hatte ich das Gefühl, dass es sich nicht lohnt, so zu sein. Dieser Spieler hat diese ganze Karriere hinter sich, ist reif, ein Mann – er sollte einen Weg finden, nicht wie ein Egozentriker zu denken“.

„Gesunder Menschenverstand“

In einem Statement warf Ronaldo Nationaltrainer Jorge Jesus Wortbruch vor. „Ich beschloss, das Trainingslager zu verlassen, ohne auf einen weiteren Wortbruch zu warten. Für mich ist die Wahrheit nach wie vor das Wichtigste in der Beziehung zwischen Menschen“, schrieb Ronaldo. Simões appellierte nun an die Vernunft des Spielers von Al-Nassr und plädierte für eine Aussprache.

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