„Das war eine Überlegung“
Merkel erklärt, warum ihr Porträt kein Rot hat
Aktualisiert am 22.09.2026 – 07:34 UhrLesedauer: 3 Min.
Die Ex-Regierungschefin kommt zur Eröffnung einer Kunstausstellung im Bundestag. Sie spricht über ihr eigenes Porträt – ein für sie besonders wichtiges Gemälde.
Die frühere Regierungschefin Angela Merkel (CDU) ist auf ihrem Porträt für die offizielle Galerie im Kanzleramt im blauen Blazer zu sehen – und die Wahl der Farbe war dabei auch kein Zufall. „Das war eine Überlegung, ist ja klar“, sagte die 72-Jährige bei der Eröffnung einer Kunstausstellung im Bundestag. „Von Rot habe ich mal abgesehen. Und das lasse ich der ersten sozialdemokratischen Bundeskanzlerin übrig.“
Blau sei eine Farbe, die Präsenz habe und etwas ausstrahle, erläuterte Merkel. „Man kann von Meeresblau bis Stahlblau sich alles reindenken, also von der Strenge bis zur Lieblichkeit. Und ich hatte viele, viele blaue Töne in petto.“
Hintergrund sei auch, dass sie auf vielen Bilder etwa von internationalen Konferenzen mit ihren Blazern „in den etwas dunklen Reihen der Herren so ein Farbtupfer“ gewesen sei. Und sie habe sich dann immer gefreut, „wenn mehrere Farbtupfer in so einer G20-Runde auftauchten“, erzählte Merkel.
Adenauer-Porträt begleitet Merkel seit 2002
Das Ende Juni enthüllte Porträt des deutsch-französischen Künstlers Jérémie Queyras wird derzeit öffentlich im Bode-Museum in Berlin gezeigt – wegen großen Interesses wurde die zunächst bis 4. Oktober geplante Ausstellung gerade bis 3. Januar 2027 verlängert. Zudem wird es am 4. Oktober noch einen Zusatztermin geben, an dem Angela Merkel persönlich zu Gast sein und neben ihrem Porträt Postkarten mit dem Gemälde signieren wird, wie das Museum mitteilte. Das Gemälde war Ende Juni enthüllt worden, seitdem hatten sich die Besuchzahlen in dem Museum den Angaben zufolge fast verdoppelt. Das Bild der Ex-Kanzlerin ist so beliebt, dass es zu einem regelrechten Besucheransturm kam.
Nach dem Ende der Ausstellung soll das Bild dann als Leihgabe an das Kanzleramt gehen – für die Porträt-Galerie der früheren Regierungschefs. Das Gemälde zeigt Merkel mit blauem Blazer vor goldbraunem Hintergrund.
Zunächst soll die ehemalige CDU-Vorsitzende mit der Tatsache, dass sie nun auch zum Kunstwerk geworden ist, etwas gefremdelt haben, wie die Wochenzeitung „Die Zeit“ berichtete. „Es ist komisch, wenn man langsam Geschichte wird“, sagte Merkel demm Blatt. „Da häng ich dann eben.“ Merkel hatte sich viel Zeit gelassen, bis sie sich malen ließ. Nach dem Ausscheiden aus dem Amt vor fünf Jahren hatte sie zunächst anderes im Sinn. Sie schrieb ihre Autobiografie, die ebenfalls zum Hit wurde. Erst dann kümmerte sie sich um ihre Verewigung auf der Leinwand.
