Ex-FDP-Chef erklärt Wechsel zu Autoland

Ex-FDP-Chef

Lindner erklärt Wechsel zu Gebrauchtwagenhändler

07.02.2026 – 12:56 UhrLesedauer: 2 Min.

Ex-FDP-Chef Christian Lindner (Archivbild): Er arbeitet nun für Autoland. (Quelle: Bernd von Jutrczenka/dpa/dpa-bilder)

Christian Lindner tauscht Reden gegen „echte Verantwortung“: Warum er sich für Autoland entschied – und was ihn an Vertrieb, Marketing und KI reizt.

Der frühere Bundesfinanzminister Christian Lindner hat seinen eher untypischen Wechsel aus der Spitzenpolitik in den Mittelstand mit dem Wunsch nach operativer Verantwortung begründet. „Als ich mich gefragt habe, was ich im nächsten Kapitel meines Berufslebens tun will, war für mich klar, dass eine Arbeit als Lobbyist nicht in Frage kommt“, sagte der ehemalige FDP-Chef der „Mitteldeutschen Zeitung“.

Auch Beratung, Aufsichtsratsmandate und Buchverträge allein wären nichts für ihn gewesen. „Ich wollte etwas Operatives machen. Mit echter Verantwortung für echte Ergebnisse.“

Seit Jahresbeginn ist Lindner stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Gebrauchtwagenhändlers Autoland AG mit Sitz in Sandersdorf-Brehna im Landkreis Anhalt-Bitterfeld in Sachsen-Anhalt. In den ersten Wochen habe er vor allem Niederlassungen besucht, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennengelernt sowie Abläufe analysiert. Nun gehe es darum, „die Attraktivität von Autoland weiter auszubauen“.

Lindner verantwortet nach eigenen Angaben im Vorstand Vertrieb, Marketing und Digitalisierung. Viele Kundinnen und Kunden informierten sich heute online über Autos, sagte er. „Hier wollen wir Sichtbarkeit und Komfort ausbauen.“ Zudem könne künstliche Intelligenz helfen, Prozesse im Unternehmen effizienter zu machen.

Den Ausschlag für den Wechsel habe neben unternehmerischer Freiheit auch ein persönlicher Impuls gegeben. Seine Frau habe ihn gefragt, „ob ich mit 46 nur noch bezahlte Reden halten will oder ob ich nicht etwas gestalten möchte, auf das man stolz sein kann“.

Eine Rückkehr in die aktive Parteipolitik steht für Lindner nach eigenen Worten zunächst nicht an. „Ich bleibe davon überzeugt, dass Deutschland seinen Wohlstand verteidigen muss und wir die innere Liberalität unserer Gesellschaft bewahren müssen.“ Er stehe aber nicht mehr auf Plätzen, um Wahlkampfreden zu halten. Als Vorstand eines Unternehmens gebe es für ihn keine parteipolitische Prägung.

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