
„Auf keinen Fall“
Ex-Camper über Ofarims Dschungel-Intention
21.01.2026 – 13:37 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein erfahrener Show-Profi rechnet mit der heutigen TV-Unterhaltung ab. Dabei findet er auch klare Worte zu Gil Ofarims Dschungelcamp-Teilnahme.
Gil Ofarim hatte im Oktober 2021 in einem Instagram-Video behauptet, in einem Leipziger Hotel wegen seiner Davidstern-Kette antisemitisch beleidigt worden zu sein – das stellte sich später als erfundene Anschuldigung heraus: Im November 2023 gestand er vor dem Landgericht Leipzig, gelogen zu haben. Nach dem sogenannten Davidstern-Skandal zieht er nun ins RTL-Dschungelcamp. Dort war auch Julian F. M. Stoeckel vor zwölf Jahren und spricht mit t-online jetzt über moralische Grenzen in TV-Shows.
Auf Nachfrage, ob hinter Ofarims Teilnahme ein aufrichtiger Versuch stecken könnte, seinen Skandal aufzuarbeiten, reagiert Stoeckel mit klaren Worten: „Auf keinen Fall.“. Stattdessen vermutet der Reality-TV-Star andere Motive: „Ich glaube nicht, dass Gil Ofarim beim Dschungelcamp mitmacht, um etwas gutzumachen. In all den Ausschnitten, die man bisher gesehen hat, hatte man eher den Eindruck, dass er einfach eine verdammt hohe Gage bekommt und dafür Teilnehmer am Dschungelcamp geworden ist.“ Stoeckel ist sich sicher, dass Ofarim die Show nutzt, „um das eigene Konto wieder aufzubessern“.
Ob das Dschungelcamp für gefallene Stars wie Ofarim ein Ort der Resozialisierung sein könnte? Stoeckel sagt t-online dazu: „Ich glaube, dass die meisten Reality-TV-Formate heutzutage nicht diesen Anspruch haben.“ So gehe es etwa in Produktionen wie dem „Sommerhaus der Stars“ oder „Temptation Island“ vorrangig um Eskalation, Grenzüberschreitungen und Konflikte. „Das hat ja schon lange nichts mehr mit Unterhaltung zu tun“, betont er. Auch die Formate selbst würden das gar nicht mehr beanspruchen.
Die Frage, ob Sender eine moralische Verantwortung hinsichtlich der Auswahl ihrer Kandidaten tragen, lässt Stoeckel offen. Entscheidend sei für Sender wie RTL vorwiegend eins: Aufmerksamkeit. „Wir sprechen jetzt alle über das Dschungelcamp. Darum geht es doch bei RTL. Im Gespräch sein, Aufmerksamkeit, Quote.“ Genau das habe der Sender in diesem Jahr wieder geschafft. „Und das in einer Zeit, in der das Fernsehen gar keine so große Strahlkraft mehr besitzt“, so der 38-Jährige.
Er betont, dass TV-Shows gezielt umstrittene Persönlichkeiten einladen würden. Rückblickend nennt er eine Reihe von Namen, die aus Sicht vieler Zuschauer als Provokation galten, wie etwa Günther Krause, Ingrid van Bergen, Helmut Berger oder Arno Funke. „Aber am Ende machen Sie das Salz in der Suppe aus“, so Stoeckel.