Aktualisiert am 24.03.2026 – 02:28 UhrLesedauer: 6 Min.

Ursula von der Leyen vor dem Opernhaus in Sydney: Die EU-Kommissionschefin ist für einen wichtigen Deal nach Australien gereist. (Quelle: REUTERS/dpa-bilder)

Mehr als acht Jahre wurde verhandelt, nun ist es so weit: Australien und die EU haben ein großes Handelsabkommen abgeschlossen. Dessen Inhalte lassen aufhorchen.

Mit einem Langstreckenflug – verlängert durch gesperrte Lufträume im Nahen Osten – ist EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Montag in Sydney gelandet. Im Gepäck hatte sie ein jahrelang festgefahrenes Prestigeprojekt: das Freihandelsabkommen der EU mit Australien.

Rund acht Jahre nach dem Beginn erster Verhandlungen haben sich beide Seiten am Dienstag formell auf den Deal verständigt. Das teilten von der Leyen und Australiens Premierminister Anthony Albanese vor der Presse in der australischen Hauptstadt Canberra mit. Beide stellten zudem auch eine neue Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft vor.

Gemeinsam mit EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič, der bereits am vergangenen Wochenende eingetroffen war, hatte von der Leyen zunächst Generalgouverneurin Sam Mostyn getroffen. Nach einer letzten Verhandlungsrunde mit Australiens Handelsminister Don Farrell hieß es aus EU-Kreisen, es gebe „really not much left to do“ – also „nicht mehr viel zu tun“. Der finale Beschluss durch von der Leyen und Albanese galt damit nur noch als Formsache.

Albanese sprach im Parlament von einem „Meilenstein“ für die Beziehungen beider Partner. Der bilaterale Handel liege bereits bei rund 109 Milliarden australische Dollar –etwa 66 Milliarden Euro. Das Abkommen solle die Partnerschaft auf „das nächste Level“ heben.

Die EU ist nach Angaben aus Brüssel Australiens drittgrößter Handelspartner nach China und Japan. Für die Europäer ist Australien allerdings nur ein relativ kleiner Handelspartner: Im Warenhandel mit den 27 EU-Staaten rangiert das Land mit knapp 28 Millionen Einwohnern auf dem 20. Platz.

Im Kern ist der Deal geopolitisch motiviert. Die EU will sich unabhängiger von China machen und setzt dabei auf Australien als Rohstoffpartner. Es sei „der weltweit größte Lithiumlieferant und verfügt über Rohstoffe, die für die sauberen Technologien der Zukunft von entscheidender Bedeutung sind – von Elektroautos in Spanien bis zu Offshore-Windturbinen in der Ostsee“, schrieb von der Leyen in einem Gastbeitrag in mehreren europäischen Zeitungen. Ziel sei es, „sicherzustellen, dass kein Land den Zugang zu Energie, Halbleitern oder Seltenerdmineralen als Waffe nutzen kann“.

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