Es kann auch wieder nach unten gehen

Der KI-Hype ist gestoppt und wurde sofort abgelöst – durch unglaubliche Rekorde bei Gold und Silber. Einbahnstraßen gibt es am Finanzmarkt aber nicht.

100 Dollar bei Silber, 5.000 Dollar bei Gold. Wer diese Größenordnungen vor einem Jahr als absurd bezeichnet hätte, wäre sich großer Zustimmung sicher gewesen. Vor allem Silber galt lange als totes Kapital, hat seinen Kurs nun aber binnen weniger Monate verdoppelt.

Theoretisch spricht gerade alles für Gold und Silber: von der Nachfrage bis zur politischen Situation, die den Kurs begünstigt. Einzig sollte man beachten: Beide Metalle sind massiv überkauft. Was nichts anderes bedeutet als eine erhebliche Fallhöhe, falls eine Korrektur anstünde.

Was deutsche Anleger allerdings gern vermeiden, sind die Anblicke fallender Aktienkurse oder fallender Edelmetallpreise im Portfolio. Beim Weg nach oben ist man gern dabei, doch die Gewinne möchten die meisten dann auch behalten, wenn der entsprechende Basiswert den Rückwärtsgang einlegt. Dabei gehören Korrekturen von gehypten Assets dazu, denn weder Aktieninvestments noch Rohstoffspekulationen sind lineare Vorgänge, sondern volatile Angelegenheiten.

Man kann aber mit Disziplin und einer klaren Strategie als Neuling an der Börse bestehen und der Falle aus dem Weg gehen, bei überkauften Aktien oder Rohstoffen auf dem Weg nach unten dabei zu sein. Höchste Zeit, die wichtigste Regel des Money Managements zu beleuchten: Verluste begrenzen, Gewinne laufen lassen.

Oft werden gute Geldanlagen zu früh verkauft und schlechte viel zu lange gehalten. Für alle, die Gold und Silber seit langer Zeit halten, ist das Verfolgen dieser Regel ein großer Erfolg gewesen. Wer erst bei 100 Dollar bei Silber oder 5.000 bei Gold einsteigt, muss folgendes Rechenbeispiel kennen: Kleinere Verluste lassen sich leicht wieder aufholen, während größere Verluste sehr schwer zu verkraften sind.

„Wer nur zehn Prozent verliert, braucht einen Gewinn von gut elf Prozent, um den Rückschlag auszugleichen. Bei Verlusten von 50 Prozent ist hingegen eine Verdoppelung notwendig, was bereits extrem anspruchsvoll wird“, so Thomas Soltau vom Smartbroker.

Je kleiner die Verluste sind, desto besser stehen die Chancen, sie wieder aufzuholen. Wer nur kleine Rückschläge verkraften muss, setzt sich intensiver mit Fehlern auseinander und lernt daraus. Apropos Lernen: Fallen Sie nicht auf das Versprechen vom schnellen Reichtum herein, mit dem dubiose Online-Finanzakademien werben. Wer an der Börse erfolgreich sein will, muss zuerst in seine Bildung investieren und sollte nicht blind irgendwelchen Gurus folgen, ohne die Hintergründe zu verstehen.

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