Mann aus Italien infiziert
Erster Vogelgrippe-Fall in Europa nachgewiesen
27.03.2026 – 14:06 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein neuer Vogelgrippe-Fall erregt Aufsehen: In Italien wurde erstmals ein Mensch mit einem bestimmten Virus infiziert. Experten geben jedoch vorerst Entwarnung.
In der norditalienischen Region Lombardei hat sich ein Mann mit dem Vogelgrippevirus A(H9N2) angesteckt. Das bestätigte das Gesundheitsministerium in Rom. Es handelt sich um den ersten nachgewiesenen Fall dieses Virus beim Menschen in Europa.
Der Patient lebt in Italien und stammt aus Afrika. Ärzte behandeln ihn aktuell isoliert im Krankenhaus. Alle Personen, die Kontakt mit dem Mann hatten, wurden negativ getestet.
Eine Übertragung von Mensch zu Mensch wurde beim Virus A(H9N2) bislang nicht nachgewiesen. Der Epidemiologe Gianni Rezza betont laut Medienangaben: „Es besteht daher keine Alarmlage in Italien.“ Dennoch sei die Überwachung durch das Gesundheitsministerium aktiv. Auch das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) schätzt das Risiko für die Bevölkerung derzeit als sehr gering ein.
Das Virus A(H9N2) ist nicht neu. Seit 1998 wurden weltweit insgesamt 195 Infektionen beim Menschen registriert, vor allem in Asien und Afrika. Nur zwei dieser Fälle verliefen tödlich. Auffällig ist: Es gab bislang weder größere Ausbrüche noch sogenannte Cluster. Das bedeutet, dass sich mehrere Menschen gleichzeitig angesteckt hätten. Auch das spricht dafür, dass sich das Virus nur schwer zwischen Menschen verbreitet.
Nicht jedes Vogelgrippevirus ist gleich gefährlich. Neben H9N2 gibt es auch aggressivere Varianten wie H5N1. Dieser Virustyp kann schwerere Krankheitsverläufe verursachen und führte in der Vergangenheit zu deutlich mehr Todesfällen. Grundsätzlich gilt: Die meisten Infektionen beim Menschen stehen im Zusammenhang mit engem Kontakt zu infiziertem Geflügel. Für die allgemeine Bevölkerung bleibt das Risiko deshalb gering.
